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Beschluss vom 25. Oktober 2016, Nr. 1164
Kriterien und Modalitäten für die Gewährung von Vergütungen für die im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch durch Wild verursachten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen oder Viehbeständen

Anlage

Richtlinien für die Gewährung von Entschädigungen für Wildschäden im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch

Art. 1
Anwendungsbereich

1. Diese Richtlinien regeln, in Anwendung von Artikel 15 Absatz 3 des Rahmengesetzes über die Schutzgebiete vom 6. Dezember 1991, Nr. 394, in geltender Fassung, die Entschädigungen von Seiten des Landes für im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch durch Wild verursachte Schäden an land- wirtschaftlichen Kulturen und Viehbeständen.

2. Die Richtlinien berücksichtigen Abschnitt 1.2.1.5. “Beihilfen zum Ausgleich von durch geschützte Tiere verursachten Schäden“ der Rahmenregelung der Europäischen Union für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor und in ländlichen Gebieten 2014-2020 (2014/C 204/01).

3. Die Entschädigungen für durch Wild verursachte Schäden, ausgenommen Großraubtiere (Bär, Wolf, Luchs), werden vom Landesamt für den Nationalpark Stilfserjoch gezahlt; die Entschädigungen für durch Großraubtiere verursachte Schäden zahlt dagegen das Landesamt für Jagd und Fischerei aus.

Art. 2
Ersetzbare Schäden

1. Entschädigt werden nur Schäden, die durch die Wildtiere laut Artikel 2 des Landesgesetzes vom 17. Juli 1987, Nr. 14, in geltender Fassung, verursacht werden.

2. Es werden nur Schäden an Kulturgrundstücken, Pflanzen, Früchten vor der Ernte und an Nutztieren ersetzt.

Art. 3
Nicht ersetzbare Schäden

1. Nicht entschädigt werden Schäden, die:

a) die durch Mäuse, Maulwürfe, Ratten, Langschwanz- und Wühlmäuse sowie ähnliche Nagetiere verursacht wurden,

b) die durch Eichhörnchen und Vögel verursacht wurden,

c) die durch Verbiss von Wildtieren auf Weiden, Heim- und Almweideflächen und im Wald verursacht wurden,

d) an Tieren, die zu Liebhaberzwecken oder zur Zierde gehalten werden,

e) an bereits geernteten, aber noch auf dem Feld gelagerten Feldfrüchten wie Mais- und Rübensilagen sowie an Silageballen am Hof.

Art. 4
Anspruchsberechtigte

1. Anrecht auf Schadenersatz haben die Eigentümer oder Pächter von landwirtschaftlichen Gründen oder die Viehzüchter, die den Schaden erlitten haben.

Art. 5
Schadensausmaß

1. Zur Gewährung der Entschädigung muss sich der Schaden im Grünland und bei Getreide auf mindestens 100,00 Euro belaufen, im Fall von Intensivkulturen (Obstbau, Gemüsebau, Beerenobst, Kartoffeln, Steinobst, Feldfutterbau) auf mindestens 200,00 Euro.

2. Nicht zulässig ist die Häufung verschiedener Schadensfälle, um den Mindestbetrag zu erreichen.

3. Bei Schäden an Nutztieren besteht keine Mindestschadenshöhe.

Art. 6
Schadensmeldung

1. Zum Erhalt der Entschädigung muss die Schadensmeldung zusammen mit dem Antrag auf Entschädigung auf dem eigens dafür vorgesehenen Formular des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch, vormals Außenamt des Nationalparks Stilfserjoch, bei einer der Parkstationen oder beim Landesamt für den Nationalpark Stilfserjoch in Glurns eingereicht werden.

2. Telefonische Meldungen sind nicht zulässig, ausgenommen, es handelt sich um Schäden an Nutztieren.

3. Der Meldung muss ein Mappenblatt beiliegen, aus dem eindeutig hervorgeht, welche Grundparzellen von den Wildschäden betroffen sind.

4. Das zuständige Personal des Landesamtes für den Nationalpark Stilfserjoch bewertet den Schaden; wird ein Schaden festgestellt, wird der Antrag auf Zahlung einer Entschädigung angenommen.

Art. 7
Grünland

1. Im Fall von Grünland ist eine Entschädigung nur für Mähwiesen zulässig.

2. Der Schaden muss noch sichtbar und feststellbar sein. Der Schaden muss mindestens 10 Tage vor dem 1. Schnitt gemeldet werden.

3. Die Ernte muss zeitgerecht erfolgen und das Mähgut muss von der Wiese abtransportiert werden.

4. Im Fall von mit Wildzaun gezäuntem Grünland wird für von Wildtieren verursachte Schäden keine Entschädigung gezahlt.

5. Für die Schadensberechnung wird folgender anerkennbarer Durchschnittsertrag herangezogen:

Grünland  dreischnittig  100 dt/ha

Grünland  zweischnittig  80 dt/ha

Grünland  einschnittig  30 dt/ha

Silomais      500 dt/ha

Roggen      30 dt/ha

Gerste (Futtergerste)    50 dt/ha

6. Die aktuellen Richtpreise (€/kg) für die Berechnung der Entschädigungen für Wildschäden werden jedes Jahr vom Bezirksamt für Landwirtschaft - Schlanders geliefert.

Art. 8
Intensivkulturen

1. Im Fall von Intensivkulturen muss der Schaden muss noch sichtbar und feststellbar sein.

2. Im Fall von Intensivkulturen mit Wildzaun wird keine Entschädigung gezahlt.

Art. 9
Obstbau

1. Verbissschäden müssen vor dem Laubaustrieb gemeldet werden.

Art. 10
Nutztiere

1. Im Fall von Nutztieren müssen die Schäden sofort, gegebenenfalls auch telefonisch, bei der gebietsmäßig zuständigen Aufsichtsstation des Parks gemeldet werden.

2. Tote Tiere sind an Ort und Stelle zu belassen.

3. Der Verlust von Schafen und Ziegen kann nur dann entschädigt werden, wenn die betreffende Weide im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen bei der jährlichen Forsttagssatzung ordnungsgemäß gemeldet war.

4. Schäden an Nutztieren werden nur im Fall behirteter Weiden ersetzt. Schäden an Geflügel werden ersetzt, sofern sie feststellbar sind.

Art. 11
Gewährung der Entschädigung

1. Der Antrag auf Entschädigung wird vom Landesamt für den Nationalpark Stilfserjoch überprüft und bearbeitet.

2. Ist der Antrag unvollständig, fordert das zuständige Amt schriftlich die fehlenden Unterlagen oder Angaben an.

3. Wird der Antrag innerhalb von 15 Tagen ab der Aufforderung nicht vervollständigt, so wird er von Amts wegen archiviert.

4. Das zuständige Amt kann weitere Unterlagen anfordern, die zur genaueren Überprüfung des Schadensfalls für notwendig erachtet werden.

5. Sind sämtliche Voraussetzungen erfüllt, können die erlittenen Wildschäden bis zu 100 Prozent erstattet werden.

6. Das Amt für den Nationalpark Stilfserjoch zahlt die Entschädigungen im Rahmen der Ausgaben aus, zu denen es auf der Grundlage gesetzlicher Maßnahmen ausdrücklich ermächtigt ist.

7. Anträgen auf Entschädigung, die nicht den Vorgaben dieser Richtlinien entsprechen, wird nicht stattgegeben.

Art. 12
Übergangsbestimmungen

1. Diese Richtlinien werden auch auf alle im Jahr 2016 eingereichten und noch nicht behandelten Anträge auf Entschädigung für Wildschäden angewandt.

2. Gemäß gesetzesvertretendem Dekret vom 13. Jänner 2016, Nr. 14 und Dekret des Landeshauptmanns vom 19. Jänner 2016, Nr. 5, werden auch beim Außenamt des Nationalparks Stilfserjoch eingegangene Anträge nach diesen Richtlinien behandelt.

 

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