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Beschluss vom 3. November 2008, Nr. 3990
Rahmenrichtlinien des Landes für die deutschsprachigen Kindergärten

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1.1.1 Das Bild vom Kind

Der Mensch kommt als »kompetenter Säugling« zur Welt, er ist von Geburt an mit Kompetenzen ausgestattet sowie auf Selbsttätigkeit und Selbstbestimmung hin angelegt. Dies belegt die entwicklungspsychologische und neurowissenschaftliche Säuglingsforschung und die Erforschung der Kindheit.

Jungen und Mädchen gestalten ihre Entwicklung und Bildung von Anfang an aktiv mit und übernehmen dabei entwicklungsangemessene Verantwortung. Sie wollen von sich aus lernen, ihr Lerneifer, ihr Wissensdurst und ihre Lernfähigkeit sind groß. Schon unmittelbar nach der Geburt beginnen sie, ihr Umfeld zu erkunden, sich mit diesem auszutauschen und ihre Bedürfnisse zu äußern. Insofern sind Säuglinge aktive Mitgestalter ihrer Bildungsprozesse und nicht nur passive Teilhaber an den Ereignissen ihrer Umwelt. Mit zunehmendem Alter und Kompetenzerwerb werden Mädchen und Jungen zu Expertinnen und Experten, deren Weltwissen das Wissen der Erwachsenen nicht nur bereichert, sondern in vielen Momenten auch deren Lebenshorizont übersteigt. Im Kindergarten nehmen Kinder eine aktive Gestalterrolle in ihren Lern- und Bildungsprozessen ein, sie sind Akteure mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Entfaltung ihrer reichen Lern- und Entwicklungspotentiale sind Kinder aber immer auf die Unterstützung ihres sozialen Umfeldes und auf eine kompetente Begleitung durch ihre Bezugspersonen angewiesen.

Was wir über Kinder denken, welche Bedürfnisse und Fähigkeiten wir ihnen zuschreiben, entspringt immer unserer Perspektive als Erwachsene. Die Welt aus der Perspektive des Kindes zu betrachten, erfordert eine hohe pädagogische Kompetenz. Die Bereitschaft, die Situation aus dem Blickwinkel des Kindes zu sehen, setzt voraus, ihm mit Empathie zu begegnen. Dabei kommen die Erwachsenen mit ihrem »inneren Kind« in Berührung und das bedeutet, dass sie sich auf ihre eigene Biografie einlassen. Die Auseinandersetzung und Bewältigung der eigenen Kindheitserfahrungen eröffnet den pädagogischen Fachkräften den Zugang zur Erlebnisfähigkeit eines Kindes und bietet ihnen die Möglichkeit, einen großen Reichtum zu entdecken, der ihnen aus der Erwachsenenperspektive oft nicht zur Verfügung steht.

Kein Junge und kein Mädchen ist gleich wie die anderen. Von anderen Kindern unterscheidet sich das einzelne Kind durch seine Persönlichkeit und Individualität. Jedes Kind bietet ein Spektrum einzigartiger Besonderheiten durch seine Anlagen, Stärken, Begabungen und Eigenaktivitäten. Kinder wollen durch spielerisches Gestalten, durch Experimentieren, durch Versuch und Irrtum, durch das Ausloten der Grenzen ihre individuellen und sozialen Kräfte und Kompetenzen entwickeln und sie im alltagspraktischen Handeln ausschöpfen und erweitern. Jungen und Mädchen werden durch die besonderen Bedingungen ihres Aufwachsens, durch ihr Entwicklungstempo und ihr Temperament mitgeprägt. Die Entwicklung im Kindesalter erweist sich als ein komplexes Geschehen, das, individuell unterschiedlich, als ein einzigartiger Prozess verläuft.

Kinder haben Rechte – diese sind in der UN-Kinderrechtskonvention universell verankert. Jungen und Mädchen haben von Anfang an ein Recht auf bestmögliche Bildung sowie auf umfassende Mitsprache und Mitgestaltung ihrer Lebensformen, ihrer Bildung und aller weiteren Entscheidungen, die sie betreffen.

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ActionAction Beschluss Nr. 247 vom 28.01.2008
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ActionAction Beschluss Nr. 333 vom 04.02.2008
ActionAction Beschluss Nr. 384 vom 11.02.2008
ActionAction Beschluss vom 11. Februar 2008, Nr. 409
ActionAction Beschluss Nr. 475 vom 18.02.2008
ActionAction Beschluss vom 18. Februar 2008, Nr. 485
ActionAction Beschluss Nr. 486 vom 18.02.2008
ActionAction Beschluss Nr. 703 vom 03.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 723 vom 10.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 733 vom 10.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 734 vom 10.03.2008
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ActionAction Beschluss Nr. 987 vom 25.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1022 vom 31.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1069 vom 31.03.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1187 vom 14.04.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1216 vom 14.04.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1247 vom 14.04.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1283 vom 21.04.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1378 vom 28.04.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1589 vom 13.05.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1677 vom 19.05.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1855 vom 03.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1863 vom 03.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 1872 vom 03.06.2008
ActionAction Beschluss vom 9. Juni 2008, Nr. 1957
ActionAction Beschluss Nr. 2046 vom 16.06.2008
ActionAction Beschluss vom 16. Juni 2008, Nr. 2112
ActionAction Beschluss Nr. 2151 vom 16.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2180 vom 23.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2300 vom 30.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2320 vom 30.06.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2417 vom 07.07.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2452 vom 07.07.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2496 vom 14.07.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2769 vom 28.07.2008
ActionAction Beschluss Nr. 2828 vom 10.08.2008
ActionAction Beschluss Nr. 3128 vom 01.09.2008
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ActionAction Beschluss Nr. 3566 vom 06.10.2008
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ActionAction Beschluss Nr. 3851 vom 20.10.2008
ActionAction Beschluss vom 3. November 2008, Nr. 3990
ActionActionANLAGE
ActionAction1. Theoretische Grundlagen
ActionActionLernen und kindliche Entwicklung
ActionActionBildungsverständnis: Frühe Bildung im Kontext des lebenslangen Lernens
ActionAction1.1 Die Philosophie der Rahmenrichtlinien
ActionAction1.1.1 Das Bild vom Kind
ActionAction1.1.2 Spielen und Lernen
ActionAction1.1.3 Ganzheitlichkeit
ActionAction1.1.4 Entwicklungsangemessenheit
ActionAction1.1.5 Der Umgang mit Vielfalt
ActionAction1.1.6 Das Prinzip der Differenzierung und Individualisierung von Bildungsprozessen
ActionAction1.1.7 Co-Konstruktion
ActionAction1.1.8 Partizipation
ActionAction1.2 Umgang mit individuellen Unterschieden und Inklusion
ActionAction1.2.1 Kinder unterschiedlichen Alters
ActionAction1.2.2 Mädchen und Jungen: geschlechterbewusste Bildung
ActionAction1.2.3 Kinder mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund: interkulturelle Bildung
ActionAction1.2.4 Kinder mit unterschiedlichem sozialem Hintergrund
ActionAction1.2.5 Kinder mit besonderen Begabungen
ActionAction1.2.6 Kinder mit Beeinträchtigung und erhöhtem Entwicklungsrisiko
ActionAction2. Bildungsvisionen, Bildungsziele, Kompetenzen und Bildungsfelder
ActionAction3. Sicherung von Bildungsqualität
ActionAction Beschluss vom 10. November 2008, Nr. 4108
ActionAction Beschluss Nr. 4136 vom 10.11.2008
ActionAction Beschluss Nr. 4172 vom 10.11.2008
ActionAction Beschluss Nr. 4213 vom 10.11.2008
ActionAction Beschluss vom 17. November 2008, Nr. 4251
ActionAction Beschluss Nr. 4508 vom 01.12.2008
ActionAction Beschluss vom 9. Dezember 2008, Nr. 4617
ActionAction Beschluss Nr. 4678 vom 09.12.2008
ActionAction Beschluss Nr. 4688 vom 09.12.2008
ActionAction Beschluss Nr. 4709 vom 15.12.2008
ActionAction Beschluss vom 15. Dezember 2008, Nr. 4722
ActionAction Beschluss Nr. 4732 vom 15.12.2008
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