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a) Dekret des Landeshauptmanns vom 27. Januar 2017, Nr. 11)
Durchführungsverordnung betreffend öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale und -orte

1)
Kundgemacht im Beiblatt Nr. 4 zum Amtsblatt vom 31. Jänner 2017, Nr. 5.

I. ABSCHNITT
EINLEITENDE BESTIMMUNGEN

Art. 1 (Anwendungsbereich)  

(1) Gemäß Artikel 11/bis des Landesgesetzes vom 13. Mai 1992, Nr. 13, legt diese Verordnung die Voraussetzungen für die Eignung der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale und –orte, die baulichen Eigenschaften und die Modalitäten der Betriebsführung der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale sowie die Bestimmungen für die Vereinfachung der Verwaltungstätigkeit fest.

(2) Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten für:

  1. die Lokale laut Artikel 3, die neu gebaut wurden,
  2. die Lokale laut Artikel 3, die bereits bestehen und über eine Eignungsbescheinigung verfügen und in denen grundlegende Renovierungen oder wesentliche Änderungen zweckbestimmender und/oder funktioneller Natur durchgeführt werden. Davon ausgenommen sind ordentliche Instandhaltungsarbeiten und Eingriffe zur Verbesserung der Sicherheit,
  3. alle öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungsorte laut Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe b).

(3) Im Bereich Brandschutz gelten auf jeden Fall die Vorschriften des Landesgesetzes vom 16. Juni 1992, Nr. 18, in geltender Fassung, und der entsprechenden Durchführungsverordnung.

(4) Die Vorschriften zur Überwindung und Beseitigung architektonischer Hindernisse bleiben unberührt.

(5) Personenbezogene Bezeichnungen, die in dieser Verordnung nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise. Auf eine geschlechtergerechte Formulierung wurde stellenweise verzichtet, um die Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten.

Art. 2 (Definitionen)  

(1) Die Begriffe in dieser Verordnung sind wie folgt definiert:

  1. öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale: öffentlich zugängliche Bauwerke und ganz oder teilweise überdachte Räumlichkeiten, die Veranstaltungs- oder Unterhaltungszwecken dienen, sowie die dazugehörenden Neben-, Durchgangs- und Abstellräume,
  2. öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungsorte: Orte in begrenzten Flächen im Freien, ausgestattet mit Anlagen und Vorrichtungen für Veranstaltungen oder Unterhaltungen, mit oder ohne Einrichtungen für den Aufenthalt des Publikums, sowie die dazugehörenden Nebenräume,
  3. Techniker: Gemeindetechniker, welcher für die Feststellung der Eignung des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals oder -ortes zuständig ist. In den Fällen, in denen laut Landesgesetz vom 13. Mai 1992, Nr. 13, in geltender Fassung, der Landeskommission für öffentliche Veranstaltungen die Feststellung der Eignung obliegt, bezieht sich der Begriff „Techniker“ auf diese Kommission,
  4. Zeltstruktur: temporärer Bau, der zerlegbar und transportabel ist. In der Regel besteht sie aus der „Zelthaut“ und einer leichten, innenliegenden Tragkonstruktion,
  5. Planen oder Flugdächer: Überdachungen für das Publikum. Davon ausgenommen sind kleine Gartenpavillons, die mindestens an drei Seiten offen und leicht verstellbar sind,
  6. Sportanlage: geschlossener Raum oder Raum im Freien, in dem Sport betrieben wird. Als Anlage im Freien gilt auch eine überdachte Anlage, die an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten zu mindestens 40 Prozent im oberen Teil offen ist,
  7. Brandsicherheitswache: Wachdienst der Feuerwehr, der vor Ort bei Veranstaltungen durchzuführen ist, in denen Verhaltensfaktoren oder unkontrollierbar aufeinanderfolgende Ereignisse eine derartige, unabsehbare Gefahr darstellen können, dass die bereitstehenden technischen Löschmittel nicht mehr ausreichend sind,
  8. Brandkontrolldienst: Dienst für die Erstmaßnahmen im Brandfall. Er muss vom Betreiber während der Tätigkeit durch geeignetes Personal in öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen und -orten, in denen die obligatorische Brandsicherheitswache der Feuerwehr nicht vorgeschrieben ist, gewährleistet werden,
  9. befähigte Person: qualifizierter Handwerker im Sinne des Landesgesetzes vom 25. Februar 2008, Nr. 1, „Handwerksordnung“, in geltender Fassung, und der entsprechenden Durchführungsverordnung oder ein im Berufsverzeichnis eingetragener Freiberufler.

Art. 3 (Einteilung der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale)  

(1) Als öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale gelten:

  1. Theater, d.h. Räumlichkeiten, wo vorwiegend Bühnenaufführungen dargeboten werden,
  2. Kinos, d.h. Säle, die vorwiegend für Film- und andere Vorführungen mit audiovisuellen Mitteln bestimmt sind,
  3. andere öffentlich zugängliche Veranstaltungs- oder Unterhaltungslokale, in denen kulturelle, Bildungs- oder Freizeitveranstaltungen und -tätigkeiten durchgeführt werden,
  4. Museen und Räumlichkeiten für Ausstellungen, Schaustellungen und Messen,
  5. Stadien, Sporthallen, Schwimmanlagen, Sportplätze und allgemein Orte zur Sport- oder Freizeitbetätigung.

II. ABSCHNITT
ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN FÜR DEN BAU VON ÖFFENTLICHEN VERANSTALTUNGS- UND UNTERHALTUNGSLOKALEN

I. TEIL
Standort

Art. 4 (Standort des Lokals)

(1) Die öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale müssen für Rettungsfahrzeuge leicht zugänglich sein und ein schnelles und müheloses Evakuieren bis zum sicheren Ort ermöglichen.

(2) Unter besonderer Berücksichtigung des Fassungsvermögens des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals, des Verkehrsaufkommens im jeweiligen Gebiet und der Höhe der Nachbargebäude bestimmt der Techniker die Mindestabstände zwischen diesen Gebäuden und den Außenmauern des Lokals.

(3) Theater mit mehr als zweitausend Personen Fassungsvermögen dürfen nicht in Gebäuden mit anderer Zweckbestimmung untergebracht werden. Theater mit geringerem Fassungsvermögen sowie alle anderen öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale jeglichen Fassungsvermögens können in Gebäuden untergebracht werden, die anderen Zwecken dienen, sofern sie einen oder mehrere eigene Brandabschnitte bilden.

(4) Außerhalb des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals ist eine freie Fläche vorzusehen, die eine nach Einschätzung des Technikers angemessene Anzahl von aus dem Lokal kommenden Besuchern fassen kann. Der Zugang zur öffentlichen Straße oder zum öffentlichen Platz muss so kurz wie möglich sein und immer freigehalten werden.

Art. 5 (Trennelemente)

(1) Die Bauteile, die öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale von anderen Gebäuden oder Räumlichkeiten abtrennen, müssen einen Feuerwiderstand von wenigstens REI 60 aufweisen. Die genannten Trennelemente müssen die angrenzenden Dächer um wenigstens 1 m überragen.

Art. 6 (Bühne)

(1) In Theatern oder anderen öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen, die mit einer Hauptbühne ausgestattet sind, muss die Bühne von außen leicht zugänglich sein.

(2) Die Mindestabstände zwischen dem Gebäude, in dem sich die Bühne befindet, und den umliegenden Gebäuden wird vom Techniker festgesetzt, wobei der Ausstattung und Gefährlichkeit der Bühne sowie den Bestimmungen laut Artikel 4 Rechnung getragen werden muss.

Art. 7 (Zugelassene Wohnräume und Betriebe)

(1) Im öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal dürfen an zusätzlichen Räumen nur solche vorhanden sein, die für die Leitung und Verwaltung notwendig sind. Die Wohnung des Wärters muss einen eigenen Eingang haben und vom Rest des Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals durch feuerfeste Bauteile getrennt sein, die einen Feuerwiderstand von mindestens REI 60 aufweisen. Eine Verbindungstür zum Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal kann zugelassen werden, sofern sie einen Feuerwiderstand von mindestens REI 60 aufweist.

(2) Im öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal können Bars, Cafés und ähnliche Einrichtungen vorhanden sein, die ausschließlich für Lokalbesucher bestimmt sind; dienen sie nicht ausschließlich dem Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal, so müssen sie über einen unabhängigen Ausgang verfügen.

II. TEIL
Bauteile und Materialien

Art. 8 (Zugelassene Bauteile und Materialien)

(1) Der Feuerwiderstand und die Bemessung der Bauteile und Brandabschnitte der Lokale laut Artikel 3 müssen gemäß den Bestimmungen des Ministerialdekrets vom 9. März 2007 unter Berücksichtigung der Einstufung der Lokale nach ihrer Brandbelastung ermittelt werden. Auf jeden Fall müssen folgende Mindestanforderungen bezüglich der Dimensionierung der tragenden und trennenden Strukturen eingehalten werden:

  1. Feuerwiderstandsklasse R 60 für die tragenden Strukturen,
  2. Feuerwiderstandsklasse REI 60 für die trennenden Strukturen.

(2) Die Materialien müssen folgendes Brandverhalten aufweisen:

  1. in Vorräumen und Fluren, auf Treppen und Rampen und allgemein in Durchgängen ist die Verwendung von Materialien der Baustoffklasse eins oder Holzbeschichtungen auf höchstens 50 Prozent ihrer Gesamtoberfläche, einschließlich jener der Fußböden, Wände, Decken und Waagrechtprojektionen der Treppen, zugelassen; für alle anderen Teile müssen Werkstoffe der Baustoffklasse null verwendet werden,
  2. für alle anderen Bereiche gilt Folgendes: die Fußbodenbeschichtung kann in die Klasse zwei eingestuft sein und die anderen Verkleidungsmaterialien können der Klasse eins
  3. entsprechen. Materialien, die beidseitig Feuer fangen können (Vorhänge und Ähnliches), dürfen maximal der Klasse eins angehören. Fußböden aus Holz ohne Klassifizierung sind zugelassen, sofern es fest auf unbrennbaren oder mit Materialien der Klasse null beschichteten Strukturen aufliegt,
  4. die Sessel und die Polstermöbel müssen der Klasse eins IM angehören, für Tische und Sitze darf Holz verwendet werden,
  5. die Wand- und Deckenverkleidungen laut Buchstaben a) und b) müssen, mit Ausnahme der nicht brennbaren Materialien, so angebracht werden, dass sie durchgehend an den Konstruktionselementen anliegen oder dass eventuelle Zwischenräume mit nicht brennbarem, dauerhaftem Material ausgefüllt werden oder dass Zwischenräume mit unbrennbaren, senkrechten und waagrechten Montageelementen im Höchstabstand von 1,20 m in geschlossene Abschnitte unterteilt werden. Die Zwischenräume dürfen nicht tiefer als fünf Zentimeter sein,
  6. die Baustoffklasse muss gesetzmäßig bescheinigt werden,
  7. Oberlichten müssen aus bruchsicherem Glas oder aus Materialien der Klasse eins bestehen,
  8. für Hauptbühne und Saal ist ein Holzfußboden zugelassen,
  9. für Außen- und Innentüren und Fenster ist die Verwendung von Holz zulässig.

Art 9 (Hohlräume)

(1) Kanäle für die Verlegung von Leitungen oder Hohlräume sind zugelassen, sofern sie aus unbrennbarem Material gefertigt werden und nur unbrennbare Materialien enthalten, mit Ausnahme der Elektrokabel, die selbstverlöschend sein müssen.

Art. 10 (Dekorationsstoffe und abhängende Strukturen)

(1) Als Gitterrost ausgebildete Hängedecken aus Holz sind zugelassen, sofern die geschlossene Oberfläche 50 Prozent der Gesamtfläche nicht überschreitet und die Verankerungen an den Trägerstrukturen R 60 entsprechen.

(2) Es müssen die im Dekret des Landeshauptmanns vom 2. November 2009, Nr. 51, festgelegten Bestimmungen über die Befestigungssysteme der abhängenden Strukturen eingehalten werden.

Art. 11 (Bühnenmaterial)

(1) Zum Bau des Bühnenbildes sind Holz oder brennbare Materialien maximal der Baustoffklasse zwei zugelassen.

Art. 12 (Abdeckung der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale)

(1) Die Haupttragteile der Abdeckung der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale müssen eine Feuerwiderstandsklasse aufweisen, die je nach Klasse des Gebäudes festgelegt wird.

Art. 13 (Fenster)

(1) Die Fensteröffnungen dürfen außer in Ausnahmefällen, für die eine vorherige Genehmigung des Technikers erforderlich ist, keine Gitter oder versperrten Schließvorrichtungen haben; sind Fenster vorhanden, so muss wenigstens eines je Saal mittels Drehung geöffnet werden können.

III. TEIL
Abtrennung zwischen Zuschauerraum und Bühne

Art. 14 (Für Bühne und Saal notwendige Räumlichkeiten und ihre Trennung)

(1) In den Theatern laut Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a) ist eine Abtrennung mit einer Feuerwiderstandsklasse von wenigstens REI 60 zwischen Zuschauerraum und Bühne samt angeschlossenen Räumlichkeiten vorgeschrieben; eine Ausnahme bildet die Bühnenöffnung, für die der Vorhang der Baustoffklasse eins sein muss. Weiters muss die Abtrennung mit einer Feuerwiderstandsklasse von wenigstens REI 60 zwischen Bühne und den angeschlossenen Räumlichkeiten ausgeführt sein.

(2) In Theatern mit mehr als tausend Personen Fassungsvermögen muss die Bühnenöffnung mit einem Sicherheitsvorhang aus Metall ausgestattet werden.

(3) In Theatern mit einem Fassungsvermögen bis zu tausend Personen und in anderen mit einer Bühne ausgestatteten öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen setzt der Techniker fallweise fest, ob, mit Rücksicht auf Ausmaß und Gefährlichkeit der Bühne, die Bühnenöffnung mit einem Sicherheitsvorhang ausgestattet werden muss.

(4) In öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen auch für über tausend Personen, in denen nur gelegentlich Theatervorstellungen auf dafür vorgesehener Hauptbühne gegeben werden, ist der Einbau eines Sicherheitsvorhangs nicht vorgeschrieben.

III. ABSCHNITT
SONDERVORSCHRIFTEN FÜR DEN ZUSCHAUERRAUM

I. TEIL
Saal

Art. 15 (Lokale unter dem Straßenniveau)

(1) Bei öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen mit weniger als 800 Personen Fassungsvermögen darf der Fußboden unter dem Straßenniveau liegen, sofern:

  1. nur ein einziges Kellergeschoß mit einem Höhenunterschied zur Straße von höchstens 7,50 m vorgesehen ist,
  2. der Einbau eines Sicherheitsaufzugs oder einer Fußgängerrampe vorgesehen ist, der bzw. die den Anforderungen der Vorschriften zur Überwindung und Beseitigung architektonischer Hindernisse entspricht.

Art. 16 (Verteilung der Sitzplätze)

(1) Die Sitzplätze müssen auf Sektoren mit nicht mehr als hundertsechzig Plätzen und höchstens zwanzig Plätzen pro Reihe oder zwanzig Reihen verteilt werden.

(2) Die Sektoren müssen durch Quergänge klar voneinander getrennt werden. Jeder Quergang muss direkt zu den Ausgängen in den Seitenwänden führen.

(3) Zwischen den Sitzplätzen und den Saalwänden muss ein Durchgang mit einer Nettobreite von nicht weniger als 1,20 m gelassen werden. Alle eventuell vorhandenen Längs- und Quergänge müssen dieselbe Mindestbreite aufweisen. Nach Beurteilung des Technikers können bis zu vier Sitzplätze an den Seitenwänden des Saales zugelassen werden.

(4) Für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale mit weniger als hundertfünfzig Sitzplätzen setzt der Techniker fallweise die Breite der Durchgänge fest, die jedenfalls nicht weniger als 0,80 m betragen darf.

(5) In Wanderzirkussen muss bei Vorführungen mit Tieren die erste Sitzreihe wenigstens 1 m vom Außenrand der Manege entfernt sein.

(6) Die Geländer oder Brüstungen müssen eine Mindesthöhe von 1 m aufweisen.

Art. 17 (Fluchtwegsystem)

(1) Die Fluchtwege bestehen aus:

  1. den Ausgangstüren des Saals,
  2. den Fluren,
  3. den Türen, die ins Freie führen,
  4. den Treppen und den Durchgängen im Allgemeinen.

(2) Die gesamte Nettobreite der Fluchtwege wird wie folgt berechnet:

  1. ein Modul (0,60 m) je 60 Zuschauer, wenn es sich um öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale handelt, deren Parkett sich auf Geländequote oder plus/minus 1 m davon befindet,
  2. ein Modul (0,60 m) je 40 Zuschauer, wenn es sich um öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale handelt, deren Parkett sich höchstens 7,50 m unterhalb oder oberhalb der Geländequote befindet,
  3. ein Modul (0,60 m) je 30 Zuschauer, wenn es sich um öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale handelt, deren Parkett sich zwischen 7,5 und 14 m oberhalb der Geländequote befindet,
  4. für Höhenunterschiede von über 14 m legt der Techniker fallweise Breite und Anzahl der Ausgänge fest.

(3) Die Nettobreite jedes einzelnen Fluchtwegs muss das Mehrfache eines Moduls (0,60 m) und jedenfalls nicht weniger als zwei Module (1,20 m) betragen.

(4) Es müssen wenigstens drei Ausgänge vorgesehen werden, die normalerweise gleichmäßig und symmetrisch zur Längsachse des Gebäudes verteilt sind. Sollte eine solche Anordnung aufgrund der Eigenschaften des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals nicht möglich sein, muss die Evakuierung der verschiedenen Bereiche durch eigene Untersuchungen der Publikumsbewegungen gewährleistet werden, mit Bemessung der verschiedenen internen Durchgänge, sodass in jedem Punkt wenigstens ein Zentimeter Durchgang für jeden Besucher vorgesehen wird. Für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale mit einem Fassungsvermögen bis 150 Personen können nur zwei Ausgänge vorgesehen werden.

(5) Die Länge der Fluchtwege, die ab dem Ausgang eines jeden Saales bis an einen sicheren Ort gemessen werden, darf 50 m nicht überschreiten oder 70 m, wenn angemessene Rauchabzüge eingebaut sind, die von geeigneten Brandmeldeanlagen gesteuert werden. Für Längen über 30 m werden die Parameter für die Breite der Fluchtwege um 20 Prozent erhöht.

(6) Die Höhe der Fluchtwege muss auf jeden Fall mindestens 2 m betragen.

(7) Die Nettobreite der Fluchtwege wird abzüglich eventueller hervorstehender Hindernisse, mit Ausnahme der Feuerlöscher, berechnet. Hindernisse auf einer Höhe von über 2 m sowie Handläufe mit einem Abstand von maximal 8 cm gelten nicht als hervorstehende Hindernisse.

Art. 18 (Stufen in den Durchgängen)

(1) Für interne Durchgänge im Zuschauerraum sind Stufen normalerweise verboten; sollten sie ausnahmsweise zugelassen werden, da der Höhenunterschied mittels Rampen nicht überbrückbar ist, müssen die für Treppen vorgesehenen Vorschriften eingehalten werden, ausgenommen jene über die Anzahl der Stufen.

(2) Jede Stufe muss von entsprechenden Lichtquellen so beleuchtet werden, dass sie sowohl von oben als auch von unten sichtbar ist.

Art. 19 (Gefälle in Fluren und Gängen)

(1) Eventuelles Gefälle in Fluren oder Gängen darf das Verhältnis von eins zu zehn nicht übersteigen. Führt der geneigte Fußboden zu einer Treppe, so muss das Gefälle wenigstens 1,20 m vor der Treppe enden.

Art. 20 (Rutschige Oberflächen)

(1) Fußböden im Allgemeinen und insbesondere Stufen dürfen keine rutschigen Oberflächen haben. Die Oberflächen längs der Fluchtwege müssen vor Schnee und Eis geschützt werden.

II. TEIL
Anordnung der Plätze für die Vorführungen

Art. 21 (Feste Sitzplätze)

(1) Zwischen der Rückenlehne einer Sitzreihe und der entsprechenden Rückenlehne der nächsten Sitzreihe muss wenigstens 0,80 m Abstand sein.

(2) Sitzplätze mit Armlehnen müssen wenigstens 0,50 m breit sein, solche ohne Armlehnen 0,45 m.

(3) Die Stühle und Sessel müssen fest am Boden befestigt und mit automatisch aufklappenden Sitzflächen versehen sein.

(4) Bewegliche Stühle sind nur auf Tribünen gestattet.

(5) In Lokalen ohne feste Sitzplätze ist die zeitweilige Verwendung von Stühlen erlaubt, sofern diese in Gruppen von wenigstens acht oder in vollständigen Reihen verbunden werden.

(6) Es ist verboten, in Durchgängen oder Fluren bewegliche Sitze und Rollstühle aufzustellen.

Art. 22 (Freie Anordnung der Sitzplätze bei  Vorhandensein von Tischen)

(1) Das Verwenden von frei angeordneten Stühlen, Bänken und Tischen ist gestattet, sofern die in Artikel 16 Absatz 1 vorgesehene Höchstzahl der Sitzplätze eingehalten wird.

(2) Die Tische, um die die Stühle angeordnet sind, dürfen nicht weiter als 5 m von den saalinternen Fluchtwegen entfernt sein; diese müssen mühelos und direkt zu den Ausgängen führen und mindestens 1,20 m Nettobreite aufweisen.

Art. 23 (Stehplätze)

(1) Kein Zuschauer darf sich in den Durchgängen im Zuschauerraum aufhalten.

(2) Stehplätze sind zu folgenden Bedingungen zugelassen:

  1. die Stehplätze müssen bei der Bemessung der Ausgangsbreiten berücksichtigt werden,
  2. die den Stehplätzen zugedachten Flächen müssen gekennzeichnet und von Sperren oder Seilen begrenzt werden, die die Zugänge zu den Fluchtwegen und die Durchgänge nicht behindern,
  3. die Anzahl der Stehplätze wird im Verhältnis zu den gemäß Buchstabe b) ausgewiesenen Flächen auf drei Zuschauer je Quadratmeter festgesetzt,
  4. die Flächen dürfen sich nur hinter den Sitzplätzen befinden, sodass Ein- und Ausgänge frei bleiben,
  5. die Anzahl der für jede Fläche zugelassenen Stehplätze muss eigens ausgeschildert werden.

(3) Werden Sportanlagen gelegentlich für nicht sportliche Veranstaltungen genutzt, so dürfen im Bereich für sportliche Tätigkeiten Zuschauer-Stehplätze vorgesehen werden, wobei maximal zwei Zuschauer je Quadratmeter Zuschauerfläche zulässig sind.

Art. 24 (Fassungsvermögen)

(1) Das Fassungsvermögen wird wie folgt festgelegt:

  1. in den Lokalen laut Artikel 3 Absatz 1 Buchstaben a), b) und d) im Ausmaß der zugelassenen Sitz- und Stehplätze, einschließlich jener für Personen mit eingeschränkten oder fehlenden Bewegungsfähigkeiten,
  2. in den Lokalen laut Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe c) wird das Ausmaß der Menschendichte nach dem Parameter von 1,2 Personen/m² errechnet, und zwar bezogen auf die dem Publikum zur Verfügung stehende Gesamtfläche.

III. TEIL
Eingangskontrolle – Garderobe

Art. 25 (Sperren oder Abgrenzungen mit Seilen  als Wegweiser)

(1) Die Kasse muss so untergebracht sein, dass sie im Notfall kein Hindernis für das Publikum beim Verlassen des Lokals darstellt.

(2) Allfällige Sperren, welche die Kontrolle der Zuschauer erleichtern, müssen durch bloßen Druck nach außen verstellbar sein, ohne umzustürzen und ohne dass die Breite der Durchgänge zu den Ausgängen beeinträchtigt wird.

(3) Die Sperren sollten vorzugsweise aus Seilen bestehen, die mit Haken oder automatischen Verbindungsstücken befestigt werden, so dass sie sich unter dem Druck des Publikums leicht lösen können.

(4) Die Sperren oder Seile müssen geöffnet oder abgenommen werden, sobald sie nicht mehr benötigt werden, auf jeden Fall vor Ende der Veranstaltung.

Art. 26 (Garderobe)

(1) Die Garderobe ist für alle öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale vorgeschrieben. Ihr Standort soll besonders sorgfältig gewählt werden, damit der Dienst ohne Behinderung oder Gegenverkehr im Publikumsstrom durchgeführt werden kann.

IV. TEIL
Treppen

Art. 27 (Bau)

(1) Für die tragenden Strukturen und die Beschichtungen der Treppen gelten die Bestimmungen laut Artikel 8.

(2) Die Treppen müssen mit Geländern oder Brüstungen ausgestattet sein, die dem Druck der Menge, auch im Panikfall, standhalten. Die Geländer oder Brüstungen müssen eine Mindesthöhe von 1 m haben.

Art. 28 (Beleuchtung und Belüftung)

(1) Die Treppen müssen angemessen beleuchtet werden. Die Treppenhäuser müssen wenigstens belüftet sein.

(2) Unter belüftetem Treppenhaus versteht man eine Treppe samt oben liegender Lüftungsöffnung mit einer Mindestfläche von 1/20 der Treppenhausgrundfläche, welche vom Eingangs- oder Treppenzugangsbereich aus zu öffnen ist.

Art. 29 (Verteilung)

(1) Normalerweise müssen die Treppen symmetrisch verteilt werden.

(2) Jede Sitzgruppe muss über wenigstens zwei Treppen verfügen.

(3) Es ist gestattet, dass die Treppen zu einem Vorraum führen, wenn die Ausgänge ins Freie nicht mehr als 10 m von der Treppenachse entfernt sind.

Art. 30 (Stufen, Rampen, Treppenabsätze)

(1) Die Stufen müssen einen rechteckigen Grundriss, einen gleichbleibenden Auftritt von wenigstens 30 cm und eine gleichbleibende Höhe von höchstens 18 cm haben.

(2) Trapezförmige Stufen sind zugelassen, sofern der kleinste Auftritt nicht geringer als 23 cm und der größte nicht länger als 38 cm ist.

(3) Die Treppenläufe zwischen zwei Absätzen dürfen nicht weniger als drei und nicht mehr als fünfzehn Stufen aufweisen.

(4) Die Treppenabsätze müssen wenigstens gleich breit sein wie die Treppen.

(5) Bis zu 2 m Höhe über dem Fußboden dürfen sich in den Wänden keine Vorsprünge

oder Einbuchtungen befinden.

(6) Alle Treppen müssen mit an den Wänden angebrachten Handläufen ausgestattet sein, die entweder in der Mauer eingelassen sind oder nicht mehr als 8 cm vorstehen. Die Enden dieser Handläufe werden mit abgerundeten Endstücken in die Mauer eingeführt.

(7) Treppen mit einer Breite von mehr als 3 m müssen mit einem Mittelgeländer ausgestattet werden.

Art. 31 (Außentreppen für Feuerwehreinsätze)

(1) Für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale von besonderer Bedeutung kann der Techniker vorschreiben, dass an der Außenmauer des Gebäudes, in dem sich Zuschauerraum und Bühne befinden, nicht brennbare Treppen angebracht werden, die der Feuerwehr den Zugang zu den verschiedenen Geschossen des Gebäudes und zum Dach ermöglichen.

V. TEIL
Ausgänge und Flure

Art. 32 (Zugelassene Arten von Türen)

(1) Schwingtüren sind zulässig, wenn die Schließbewegung gedämpft wird. Die Türflügel dürfen, wenn sie offenstehen, Durchgänge, Flure oder Treppenabsätze nicht versperren. Die zu Treppen führenden Türen dürfen sich nicht direkt zu den Stufen öffnen, sondern auf einen Treppenabsatz, und zwar so, dass dessen Breite durch die Türflügel nicht vermindert wird. Die Türen müssen sich durch Druck in Fluchtrichtung öffnen.

(2) Die Verschlüsse der Ausgangstüren müssen mit Panikbeschlägen oder gleichwertigen Systemen versehen werden, die vom Techniker zu genehmigen sind. Diese Verschlüsse müssen auf alle Fälle ermöglichen, dass der vom Publikum auf die Schließvorrichtung oder auf einen der Flügel ausgeübte Druck die sichere, vollständige Öffnung der Verschlussvorrichtung bewirkt. Die Panikbeschläge müssen waagrecht auf einer Höhe zwischen 0,80 und 1,10 m über dem Fußboden an beiden Türflügeln angebracht werden.

(3) Die Fluchtwege und Türen müssen vorschriftsmäßig ausgeschildert werden.

(4) Die Türen müssen stabil gebaut sein. Allfällige Glasteile müssen aus bruchsicherem oder Sicherheitsglas bestehen.

(5) Das Versperren der Türen ist verboten, doch ist eine Versiegelung zulässig, die leicht aufgebrochen werden kann.

(6) Am Ende der Vorführungen müssen alle Ausgänge, über welche das Lokal verfügt, vom Publikum benutzt werden können.

VI. TEIL
Akustik

Art. 33 (Akustik und Schallisolierung)

(1) Öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale müssen so ausgeführt werden, dass eine angemessene Schallisolierung das Durchdringen störender Geräusche nach außen und umgekehrt verhindert.

(2) Im Inneren der Lokale darf der Geräuschpegel 85 dB (A) nicht überschreiten.

IV. ABSCHNITT
SONDERBESTIMMUNGEN FÜR DIE BÜHNE

I. TEIL
Einleitende Bestimmungen

Art. 34 (Bühne)

(1) In Theatern umfasst die Bühne:

  1. die Hauptbühne mit Hinterbühne und Seitenkulissen,
  2. die Unterbühne oder Unterbühnen,
  3. die Arbeitsbühnen,
  4. die Schnurböden.

Art. 35 (Abstellen von Material auf der Bühne)

(1) In Theatern können Bühnenbilder, Setzstücke und Werkzeuge, die für die jeweilige Aufführung benötigt werden und nicht in den Lagern untergebracht werden können, auf der Bühne ausschließlich an dafür vorgesehenen Orten abgestellt werden, und zwar so, dass sie die Durchgänge keinesfalls behindern.

II. TEIL
Flure, Treppen, Türen und Ausgänge ins Freie

Art. 36 (Flure der Bühne)

(1) Mit Ausnahme der Lager, die direkt mit der Bühne in Verbindung stehen können, müssen alle Bühnenräume der Theater direkt auf die um die Bühne angelegten Flure führen. Die Bestimmungen laut Artikel 14 Absatz 1 bleiben unberührt.

(2) Die genannten Flure müssen eine ausreichende Breite aufweisen, um den reibungslosen Durchgang der Künstler und des Publikums zu gewährleisten, und dürfen auf dem Geschoß der Hauptbühne nicht schmaler als 1,50 m und auf den übrigen Geschossen nicht schmaler als 1,20 m sein.

(3) Die Flure müssen auf kurzem und leicht begehbarem Weg über Durchgänge und Treppen nach außen führen.

(4) Die Anzahl der Treppen wird nach Bedeutung der Bühne und den funktionellen und sicherheitstechnischen Anforderungen bestimmt.

(5) Für die Länge der Fluchtwege gelten die Bestimmungen laut Artikel 17 Absatz 5.

Art. 37 (Rauchsichere Treppen)

(1) Für die wichtigsten Theater kann der Techniker fordern, dass einige Treppen wenigstens als rauchsichere Treppen ausgeführt sind.

Art. 38 (Ausgänge aus den Regieebenen)

(1) In Theatern muss jede Bühnenebene laut Artikel 34 Absatz 1 mit brandsicheren Türen samt automatischer Schließvorrichtung versehen sein, die zu einem Fluchtweg führen und dem Bühnenpersonal und der Feuerwehr als Ausgang dienen.

Art. 39 (Wendeltreppen)

(1) Wendeltreppen sind in der Regel zu vermeiden und werden vom Techniker nur ausnahmsweise genehmigt.

III. TEIL
Sicherheitsvorhang

Art. 40 (Funktionieren des Sicherheitsvorhangs)

(1) Der Sicherheitsvorhang muss eine unbrennbare Abtrennung mit guter Rauchabdichtung zwischen Zuschauerraum und Bühne bilden.

(2) Er muss normalerweise in vertikaler Richtung und mit einer Geschwindigkeit von nicht weniger als 0,25 m/s schließen und einem Druck von wenigstens 45 daN/m² standhalten, ohne dass Verformungen auftreten, die sein sicheres Funktionieren beeinträchtigen können.

(3) Der herabgelassene Sicherheitsvorhang muss auf der Hauptbühne genau auf der darunterliegenden Feuerschutzmauer aufliegen.

Art. 41 (Steuerung des Sicherheitsvorhangs)

(1) Die Steuerung des Sicherheitsvorhangs muss an einer Stelle angebracht werden, die ein sicheres und leichtes Bedienen sowie eine vollständige Sicht auf den Vorhang während des Herablassens ermöglicht.

Art. 42 (Schutz des Sicherheitsvorhangs)

(1) Auf Anordnung des Technikers muss der Sicherheitsvorhang auf der Bühnenseite durch eine automatische oder händisch bediente Wasserberieselungsanlage geschützt werden. Die Bedienungsvorrichtung muss sich an derselben Stelle wie die Vorhangssteuerung befinden.

(2) Die Berieselungsanlage muss eine Mindestleistung von einem Liter Wasser je m² Vorhang und Minute gewährleisten und der Wasserguss muss sich gleichmäßig auf die gesamte Vorhangfläche verteilen.

Art. 43 (Weitere Bestimmungen)

(1) Wer den Metallvorhang anbringt, muss die Vorrichtung für die normale Bedienung, wie Schaltkasten und Hebel, Kontrollvorrichtung, Schalter und Bedienungsseile, so anbringen, dass man beim Bedienen des Vorhangs den Hebel so lange drücken muss, bis der Vorhang den ganzen Weg zurückgelegt hat, das heißt, die Anlage muss mit einer automatischen Vorrichtung zur Rückführung in die Ausgangslage ausgestattet sein.

(2) Die Seile der Gegengewichte und jene, welche den Vorhang halten, wie auch jene für den Antrieb müssen einen Sicherheitskoeffizienten von sechs (für kombinierte Zug- und Biegungsbelastung) aufweisen; alle Laufrollen, die zur Umlenkung genannter Seile dienen, wie auch die Seiltrommel der Maschine, auf der die Seile auf- und abgerollt werden, müssen den Bestimmungen über Zugseile für Aufzugsanlagen entsprechen.

(3) Zur Verbesserung der Sicherheit der Anlage müssen mindestens zwei Seile vorgesehen werden; jedes Gegengewicht des Vorhangs wird folglich von zwei Seilen gehalten. Gleichfalls müssen mindestens zwei Seile, die die Bewegung steuern, also Zugseile, vorhanden sein.

(4) Die Anlage muss so gestaltet sein, dass die Seile auf keinen Fall überlastet werden können; hierzu ist ein Sicherheitsschalter für die Höchstbelastung anzubringen, es sei denn, dieses Ergebnis wird mit anderen Mitteln erreicht oder das angewandte System schließt die Überbelastung der Seile aus.

(5) Die Anlagen müssen über eine Sicherheitsvorrichtung verfügen, die die Bewegung unterbricht, sobald der Vorhang auf irgendein Hindernis stößt, so dass der Vorhang automatisch stehenbleibt, auch wenn die Person, die ihn bedient, die Behinderung nicht bemerkt. Diese Sicherheitsvorrichtung muss auch bei Rauch funktionieren.

(6) Das Absenken des Feuerschutzvorhangs muss durch Motorkraft oder durch Schwerkraft erfolgen.

(7) Wird der Feuerschutzvorhang durch Motorkraft abgesenkt, so muss die Steuerung in der Nähe der Bühnenöffnung an einem Ort untergebracht werden, von dem aus das mit der Bedienung betraute Personal beobachten kann, ob der Vorhang während des Senkens auf Hindernisse trifft.

(8) Das Absenken des Feuerschutzvorhangs durch Schwerkraft muss von derselben Stelle laut Absatz 7 aus durch Ziehen an einer Reißleine möglich sein.

(9) Motorbetriebene Vorhänge müssen mit Endschaltern versehen sein.

(10) Jeder Vorhang muss über eine automatische Bremse verfügen, die sich schließt, wenn die Stromzufuhr zum Motor unterbrochen wird, und die sich bei Schwerkraftbewegung öffnet. Im letztgenannten Fall muss die Vorrichtung jedoch mit Gewichtsausgleichssystem und Geschwindigkeitsregler ausgestattet sein.

(11) Der Vorhang muss solide und so gebaut sein, dass Schwingungen vermieden werden; sobald er herabgelassen ist, muss der Abschluss längs des gesamten Umfangs hermetisch und feuerfest sein.

(12) Es müssen zwei Steuerpulte für den Sicherheitsvorhang und die Hilfsvorrichtungen für die Bedienung vorhanden sein: eines befindet sich auf der Hauptbühne in der Nähe des Aufenthaltsortes des Dienstpersonals in der Vorbühne, das andere außerhalb der Bühne an einem von außen leicht zugänglichen Ort. Diese Steuerpulte müssen enthalten:

  1. die normale Steuerung für den Vorhang,
  2. die Steuerung für die Absenkung durch Schwerkraft,
  3. die Steuerung für den Sprinkler des Sicherheitsvorhangs,
  4. die Vorrichtung für das Öffnen der Klappen für den Rauchabzug.

IV. TEIL
Öffnungen für den Rauchabzug, Einzel- und Sammelgarderoben, Werkstätten und Lager, Akrobatikveranstaltungen

Art. 44 (Öffnungen zur Regelung des  Rauchabzuges im Brandfall)

(1) Die Bühne muss im Oberteil und von der Bühnenöffnung entfernt über eine oder mehrere genügend große Öffnungen verfügen, um im Brandfall einen wirkungsvollen Abzug zu ermöglichen; diese über die Dachebene ragenden Öffnungen müssen mit Klappen versehen sein, die sowohl manuell als auch automatisch geöffnet und geschlossen werden können.

(2) Die gesamte Oberfläche dieser Öffnungen darf nicht weniger als 1/30 des Grundrisses der Hauptbühne betragen.

Art. 45 (Einzel- und Sammelgarderoben)

(1) Einzel- und Sammelgarderoben für Künstler müssen in einem von der Bühne getrennten Brandabschnitt untergebracht werden.

(2) Die Verbindungen der Einzel- und Sammelgarderoben mit der Bühne und dem Freien dürfen ausschließlich über die Flure und Treppen laut Artikel 36 erfolgen.

Art. 46 (Werkstätten)

(1) Die Theaterwerkstätten befinden sich normalerweise im Bühnengebäude und immer außerhalb der Umfassungsmauern der Bühne im eigentlichen Sinn. Diese Werkstätten können unter Umständen über Treppen oder Fahrstühle erreicht werden, die in die Flure der Bühne münden.

(2) Jede Werkstatt muss einen Brandabschnitt der Klasse mindestens REI 60 bilden und Entlüftungsfenster nach außen haben.

Art. 47 (Lager)

(1) Die Lager müssen bautechnisch den Werkstätten entsprechen, mit Ausnahme der Lüftungsöffnungen.

Art. 48 (Akrobatikveranstaltungen)

(1) Beim Bau von öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen, in denen Akrobatikvorführungen in erheblicher Höhe geboten werden können, müssen geeignete Befestigungen für Trapeze und ähnliche Geräte sowie für das Sicherheitsnetz angebracht werden.

V. ABSCHNITT
SONDERVORSCHRIFTEN FÜR FILMVORFÜHRRÄUME

Art. 49 (Vorführraum für brennbare Filme)

(1) Sollten brennbare Filme vorgeführt werden, muss der Vorführraum einen Brandabschnitt mindestens REI 60 bilden und angemessen entlüftet sein.

(2) Die Vorführ- und Schauöffnungen müssen mit Glasscheiben angemessener Stärke versehen und dürfen nicht größer sein, als für ihre Funktion nötig ist.

Art. 50 (Mobile Löschvorrichtungen)

(1) In der Nähe beweglicher Projektoren muss mindestens ein Feuerlöscher mit Mindestlöschkapazität 21 A/89BC bereitgestellt werden.

Art. 51 (Vorführraum für Sicherheitsfilme)

(1) Werden Sicherheitsfilme verwendet, so muss der Vorführer nicht ständig im Vorführraum anwesend sein, wenn der Raum mit einer automatischen Löschanlage ausgestattet ist und der Vorführer während der Vorführung im öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal erreichbar ist.

VI. ABSCHNITT
HYGIENEVORSCHRIFTEN UND TECHNISCHE ANLAGEN DER FIXSTRUKTUREN

I. TEIL
Hygienevorschriften

Art. 52 (Sanitäranlagen)

(1) Jedes öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal muss mit einer angemessenen Anzahl von Sanitäranlagen ausgestattet werden; sie müssen in gleicher Anzahl für Männer und Frauen vorhanden sein sowie ausgeschildert und so verteilt sein, dass sie jedem Sitz- und Stehplatzrang gleichmäßig dienen. Es muss wenigstens eine Sanitäranlage je 90 Personen vorgesehen werden.

(2) Vor jeder Sanitäranlage muss sich ein ausreichend großer Vorraum mit einem Waschbecken für je zwei WC-Schüsseln befinden.

(3) Sanitäranlagen und Vorräume müssen angemessen entlüftet sein, vorzugsweise auf natürliche Art.

(4) Es müssen die einschlägigen Bestimmungen zur Überwindung und Beseitigung architektonischer Hindernisse eingehalten werden.

Art. 53 (Lüftungsanlage)

(1) In den öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen muss eine Lüftungsanlage eingebaut sein.

(2) Eine natürliche Lüftung ist zulässig bei Einhaltung des Parameters von 4 m³ Raumvolumen je Person, bezogen auf die für Besucher zugänglichen Bereiche.

Art. 54 (Eigenschaften der Lüftungsanlagen)

(1) Klima- und Lüftungsanlagen sind nach den anerkannten Regeln der Technik zu planen, in Betrieb zu setzen und in Betrieb zu halten. Sind eigene Raucherräume eingerichtet, so gelten die technischen Landesbestimmungen.

(2) Die Anzahl der Personen wird auf der Grundlage der für das öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal zugelassenen Besucherhöchstzahl berechnet.

(3) Die Luftgeschwindigkeit in den vom Publikum besetzten Bereichen darf vom Fußboden bis zu 2,50 m Höhe den Wert von 0,20 m/s nicht überschreiten. In der Nähe der Abluftöffnungen, wenn diese sich in von Personen besetzten Bereichen befinden, können auch höhere Geschwindigkeiten zugelassen werden, sofern Standort und Form der Öffnungen so angeordnet sind, dass der Luftzug nicht als störend empfunden wird.

(4) Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit müssen innerhalb folgender Grenzwerte gehalten werden:

  1. in Zeiten, in denen die Luft nicht gekühlt werden muss, ist die Innentemperatur zwischen 18°C und 20°C und die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 45 und 60 Prozent zu halten,
  2. in Zeiten, in denen die Luft gekühlt werden muss, darf der Unterschied zwischen Außen- und Innentemperatur den Wert von 6°C nicht überschreiten und die relative Luftfeuchtigkeit muss zwischen 40 und 50 Prozent liegen.

Art. 55 (Anlagen zur Temperaturregelung)

(1) Klima- oder Lüftungsanlagen müssen mit Mess- und Regelgeräten für Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit versehen sein, die auf die Grenzwerte laut Artikel 54 eingestellt sind.

II. TEIL
Heizungs- und Lüftungsanlagen und Küchen

Art. 56 (Wärmeerzeuger)

(1) Es sind Wärmeerzeuger zulässig, die mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden, sofern sie den allgemeinen Bestimmungen entsprechen.

Art. 57 (Unterbrechungsvorrichtungen für  Lüftungsanlagen)

(1) Der Durchgang der Lüftungsschächte durch Feuerschutzmauern und zwischen Bühne und Zuschauerraum soll möglichst vermieden werden.

(2) Ist dieser Durchgang absolut notwendig, müssen die Schächte mit Brandschutzklappen versehen werden, die von einer am Durchgang angebrachten Brandmeldeanlage gesteuert sind.

Art. 58 (Küchen)

(1) Im Inneren der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale können Küchen-, Wasch- und Geschirrspülanlagen vorhanden sein, sofern sie den allgemeinen Bestimmungen entsprechen.

III. TEIL
Sondervorschriften für die Elektro- und Beleuchtungsanlage

Art. 59 (Allgemeines)

(1) Die Elektro- und Beleuchtungsanlage muss den CEI-Normen 64-10 in der geltenden Fassung entsprechen.

(2) Für die Notbeleuchtung bei den Ausgängen und Fluchtwegen muss eine Lichtstärke von 5 Lux auf einer Höhe von 1 m gewährleistet sein.

IV. TEIL
Feuerlöschanlage

Art. 60 (Wassergespeiste Löschanlage)

(1) Öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale müssen mit einer Haspel- oder Hydrantenanlage ausgestattet sein.

(2) Die Anzahl und Position der Haspeln oder Hydranten muss so gewählt werden, dass jede Stelle der geschützten Fläche mit dem Wasserstrahl erreicht werden kann.

Art. 61 (Löschanlage im Freien)

(1) An Wegen und Plätzen, die sich in der Umgebung eines öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals mit einem Fassungsvermögen von mehr als tausend Besuchern befinden, muss, falls noch nicht vorhanden, mindestens ein Oberflurhydrant an einer leicht zugänglichen und angemessen beschilderten Stelle angebracht werden.

Art. 62 (Andere Löschmittel)

(1) Zusätzlich zur wassergespeisten Löschanlage müssen tragbare Feuerlöscher, deren Typ und Anzahl vom Techniker bestimmt wird, auf die verschiedenen Räumlichkeiten verteilt werden.

VII. ABSCHNITT
SONDERVORSCHRIFTEN FÜR SPORTANLAGEN UND SCHWIMMBÄDER

I. TEIL
Allgemeine Bestimmungen

Art. 63 (Anwendungsbereich)

(1) Die Vorschriften dieses Abschnitts gelten für Sportanlagen und Schwimmbäder in den Fällen laut Artikel 7 des Landesgesetzes vom 13. Mai 1992, Nr. 13, in geltender Fassung.

(2) Es gelten auf jeden Fall die technischen Vorgaben des Nationalen Olympischen Komitees Italiens (C.O.N.I.) und der nationalen Sportverbände.

Art. 64 (Standort)

(1) Der Standort der Anlage muss so ausgewählt werden, dass Rettungsfahrzeuge sich nähern und rangieren können und die Möglichkeit zur Evakuierung auf umliegende Flächen besteht.

(2) Die Fluchtwege für das Publikum müssen insgesamt halb so breit sein wie die Ausgänge der Anlage, wenn man sich in beiden Richtungen entfernen kann, oder gleich breit wie die Ausgänge, wenn man sich nur in eine Richtung entfernen kann.

(3) Ist dies nicht möglich, müssen in einem Abstand von nicht mehr als 50 m von den Ausgängen der Anlage freie Flächen vorgesehen werden, die das Publikum fassen können, wobei eine Dichte von einer Person je m² angenommen werden muss.

(4) Die Abtrennungen von Räumlichkeiten, in denen andere Tätigkeiten ausgeübt werden, die Brandschutzbestimmungen unterliegen, müssen mindestens REI 60 entsprechen.

Art. 65 (Gelände der Anlagen)

(1) Das Gelände, auf dem eine Anlage gebaut wird, muss nicht nur den in Artikel 64 genannten Anforderungen entsprechen, sondern auch so ausgewählt werden, dass das Straßennetz, aus Sicherheitsgründen, ein rasches Evakuieren gewährleistet; insbesondere muss das Gelände, in der Nähe oder am Rand der Anlage, das Unterbringen eines oder mehrere Parkplätze ermöglichen, die auf der Grundlage der geltenden Vorschriften und des Fassungsvermögens der Anlage berechnet sind.

(2) Die gesamte Mindestfläche des Parkplatzes muss den geltenden Bauvorschriften entsprechen und darf nicht kleiner sein als ein Autoabstellplatz je vier Personen; dieser Wert kann verringert werden, und zwar im Verhältnis zur stündlichen Beförderungskapazität der öffentlichen Verkehrsmittel, an die die Anlage angebunden ist.

Art. 66 (Strukturen und Werkstoffe)

(1) Die Verwendung von Traglufthallen ist nicht gestattet.

Art. 67 (Fassungsvermögen)

(1) Das Fassungsvermögen des Zuschauerbereiches wird berechnet, indem man die in Laufmetern ausgedrückte Gesamtlänge der für Sitzplätze zugeteilten Tribünenstufen durch den Koeffizienten 0,48 teilt.

(2) Das Fassungsvermögen des Bereichs für sportliche Tätigkeiten muss je nach den vorgesehenen Sportarten berechnet werden und entspricht der Zahl der Sportler und der Beschäftigten.

Art. 68 (Bereiche)

(1) Bei Anlagen im Freien mit mehr als zehntausend Zuschauern und Anlagen in Hallen mit mehr als viertausend Zuschauern muss der Zuschauerraum in Bereiche unterteilt werden. Das Fassungsvermögen jedes Bereichs darf zehntausend Zuschauer bei Anlagen im Freien und viertausend Zuschauer bei Anlagen in Hallen nicht überschreiten.

(2) Jeder Bereich muss vom benachbarten Bereich durch wenigstens 2,20 m hohe Trennvorrichtungen aus unbrennbarem Material abgeteilt sein. Die Trennvorrichtungen müssen einem waagrechten statischen Druck von mindestens 80 daN/m, gleichmäßig verteilt auf 2,20 m Höhe vom Sockel, und einem waagrechten statischen Druck von mindestens 80 daN/m², gleichmäßig verteilt auf der ganzen Fläche bis auf 2,20 m Höhe vom Sockel, standhalten.

(3) Jeder Bereich muss über ein unabhängiges und klar ausgeschildertes Fluchtwegsystem verfügen.

(4) Für Anlagen im Freien laut Absatz 1 muss der Zuschauerbereich vom Bereich für sportliche Tätigkeiten mit den Trennvorrichtungen laut Absatz 2 oder einem wenigstens 2,50 m tiefen und breiten Graben getrennt sein.

(5) Eine Verbindung zwischen den Bereichen durch Metalltüren ist zulässig.

Art. 69 (Fluchtwegsystem)

(1) Der Zuschauerbereich und die für sportliche Tätigkeiten bestimmten Flächen müssen getrennte Fluchtwege haben. Die Trennung muss den Bestimmungen von Artikel 68 entsprechen. Eine Verbindung zwischen den genannten Fluchtwegen durch Metalltüren ist zulässig.

(2) Für Anlagen in Hallen muss die gesamte Nettobreite der Fluchtwege nach den Kriterien laut Artikel 17 berechnet werden.

(3) Für Anlagen im Freien wird die gesamte Nettobreite der Fluchtwege auf der Basis eines Moduls (0,60 m) je 250 Zuschauer berechnet.

(4) Die Nettobreite jedes einzelnen Fluchtwegs muss das Mehrfache eines Moduls (0,60 m) und jedenfalls nicht weniger als zwei Module (1,20 m) betragen.

(5) Treppen und Rampen für die Evakuierung der Zuschauer von den Tribünen müssen insgesamt gleich breit sein wie die Fluchtwege.

(6) Bei der Bestimmung der Breite der Fluchtwege werden die Eingänge mitberücksichtigt, sofern sie Beschläge haben, die sich nach außen öffnen lassen.

(7) Die Stufen der Treppen für die Evakuierung der Zuschauer von den Tribünen müssen einen rechteckigen Grundriss, einen gleichbleibenden Auftritt von wenigstens 30 cm und eine gleichbleibende Höhe von höchstens 18 cm haben.

(8) Jeder Bereich oder jede nicht in Bereiche unterteilte Anlage muss auf jeden Fall mindestens zwei Ausgänge für Zuschauer haben.

Art. 70 (Verteilung im Zuschauerbereich)

(1) Die Verteilertreppen für die Zuschauer auf der Tribüne dürfen eine Nettobreite von 1,20 m nicht unterschreiten und nicht mehr als zwanzig Plätze je Reihe und Seite bedienen. Auf jeden Fall müssen zwei seitliche Verteilertreppen vorgesehen werden.

(2) Alle fünfzehn Tribünenstufen für Sitzplätze muss ein zu diesen Stufen parallel verlaufender Durchgang mit einer Nettobreite von nicht weniger als 1,20 m bestehen.

(3) Die Tribünenstufen für Sitzplätze müssen einen Auftritt von wenigstens 0,60 m und eine Höhe zwischen 0,40 und 0,60 m aufweisen.

(4) Die Rampen der Verteilertreppen für die Zuschauer auf den Tribünen müssen geradlinig sein. Die Stufen jeder Rampe müssen eine gleichbleibende Höhe von höchstens 25 cm und einen gleichbleibenden Auftritt von wenigstens 23 cm haben.

(5) Der Techniker kann auch Stehplätze zulassen, unter Einhaltung der allgemeinen Sicherheitsvorschriften, wie das Vorsehen von Wellenbrechern für die Zuschauer, die Ausweisung der geeigneten Zonen für die Stehplätze, die Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der Fluchtwege und die statische Berechnung. Es gelten auf jeden Fall, neben den Bestimmungen dieses Artikels, jene laut den Artikeln 67, 68 und 69.

(6) Werden Sportanlagen gelegentlich für nicht sportliche Veranstaltungen genutzt, so gelten die Bestimmungen laut Artikel 23 Absatz 3.

Art. 71 (Sanitäranlagen)

(1) Eine Sanitäranlage besteht wenigstens aus einer WC-Schüssel, drei Pissoirs und zwei Waschbecken für Männer und vier WC-Schüsseln und zwei Waschbecken für Frauen.

(2) Je 500 Personen muss eine Sanitäranlage vorgesehen werden.

(3) Für Sportanlagen bis zu 250 Zuschauern Fassungsvermögen besteht eine Sanitäranlage aus wenigstens einer WC-Schüssel, einem Pissoir und einem Waschbecken für Männer und zwei WC-Schüsseln und einem Waschbecken für Frauen.

(4) Sanitäranlagen müssen angemessen entlüftet sein, vorzugsweise auf natürliche Art.

(5) Es müssen die einschlägigen Bestimmungen zur Überwindung und Beseitigung architektonischer Hindernisse eingehalten werden.

Art. 72 (Umkleideräume)

(1) Die Umkleideräume dürfen – abzüglich der Sanitäranlagen – nicht kleiner als 30 m² sein und müssen eine Gruppe von Sanitäranlagen mit wenigstens sechs Duschen, zwei Waschbecken, zwei WC-Schüsseln und zwei Pissoirs angeschlossen haben.

(2) Jeder Umkleideraum muss wenigstens hundertfünfzig Lux Beleuchtungsstärke am Fußboden sowie natürliche Lüftungsöffnungen von 1/8 der Bodenfläche oder eine mechanische Entlüftung mit einem Luftwechsel von wenigstens 25 m³ je Person und Stunde aufweisen.

(3) Es müssen mindestens zwei Umkleideräume vorgesehen werden.

(4) Für Schiedsrichtende muss ein eigener, nach Geschlechtern getrennter Umkleideraum vorgesehen werden, der – abzüglich der Sanitäranlagen – eine Nettofläche von mindestens 10 m² aufweist und dem eine Sanitärgruppe mit wenigstens zwei Duschen, einem Waschbecken und einer WC-Schüssel angeschlossen ist.

Art. 73 (Erste-Hilfe-Station)

(1) In Anlagen mit mehr als zehntausend Zuschauern Fassungsvermögen muss eine Erste-Hilfe-Station je zehntausend Zuschauer vorgesehen werden. Die Erste-Hilfe-Stationen müssen so verteilt sein, dass ein gleichmäßiger Dienst für die einzelnen Bereiche gewährleistet ist.

(2) In Anlagen mit bis zu zehntausend Zuschauern Fassungsvermögen kann die Erste-Hilfe-Station, welche auf jeden Fall vorgesehen sein muss, auch für andere Zwecke verwendet werden, sofern dies aus hygienischer Sicht vereinbar ist.

(3) In Anlagen mit mehr als tausend Zuschauern Fassungsvermögen muss eine Erste-Hilfe-Station ausschließlich für den Bereich vorhanden sein, in dem Sport betrieben wird.

(4) Die Erste-Hilfe-Station muss mühelos von außen zugänglich sein.

Art. 74 (Lager)

(1) Es müssen ein oder mehrere Lagerräume für Sportgeräte vorgesehen werden, die mit dem Bereich für sportliche Tätigkeiten verbunden sind.

(2) Die Lager für andere brennbare Materialien müssen in Räumen untergebracht werden, die durch Strukturen von mindestens REI 60 getrennt sind; allfällige Verbindungen erfolgen durch mindestens REI 60-Türen mit Selbstschließvorrichtung.

(3) Es ist verboten, leicht entflammbare Stoffe zu lagern, außer beschränkte Mengen zu hygienisch-sanitären Zwecken.

Art. 75 (Vorrichtungen zur Kontrolle der Zuschauer)

(1) In Anlagen mit einem Fassungsvermögen von mehr als zehntausend Zuschauern im Freien und viertausend Zuschauern in Hallen muss eine Videoanlage vorgesehen werden, die es ermöglicht, von einem eigens eingerichteten und besetzten Raum aus die Zuschauerbereiche und -zugänge zu beobachten und die entsprechenden Bilder aufzuzeichnen.

Art. 76 (Äußere Umzäunungen)

(1) Anlagen im Freien mit mehr als fünftausend Zuschauern Fassungsvermögen müssen eine äußere, wenigstens 2,50 m hohe Umzäunung aus nicht brennbarem Material haben. Die Umzäunung muss einem waagrechten statischen Druck von mindestens 80 daN/m, gleichmäßig verteilt an der höchsten Stelle, und einem waagrechten statischen Druck von mindestens 80 daN/m², gleichmäßig verteilt auf der ganzen Fläche bis auf 2,50 m Höhe vom Sockel, standhalten.

(2) Die Umzäunung muss an den Ausgängen der Anlage eigene Durchgänge haben.

(3) Jeder Durchgang muss wenigstens gleich breit sein wie der entsprechende Ausgang der Anlage und kann mit Toren versehen sein, die während der Veranstaltung geöffnet bleiben müssen.

(4) Die Unterteilung in Bereiche laut Artikel 68 und die Unterteilung laut Artikel 69, betreffend die Unabhängigkeit des Fluchtwegsystems für den Zuschauerbereich vom Fluchtwegsystem für den Bereich für sportliche Tätigkeiten, müssen bis zur äußeren Umzäunung dieselben Merkmale aufweisen.

Art. 77 (Brandmeldeanlage)

(1) In den Anlagen in Hallen mit mehr als tausend Zuschauern und in den Innenräumen der Anlagen im Freien mit mehr als fünftausend Zuschauern muss eine fixe Brandmeldeanlage vorgesehen werden.

Art. 78 (Feuerlöschanlagen)

(1) Anlagen in Hallen mit mehr als hundert Zuschauern und Anlagen im Freien mit mehr als fünftausend Zuschauern müssen mit Feuerlöschanlagen samt genügend Hydranten oder Haspeln ausgerüstet werden, die so angeordnet sind, dass an jeder Stelle der Anlage ein Einsatz möglich ist.

II. TEIL
Schwimmbäder

Art. 79 (Gesundheitsvorschriften)  

(1) Schwimmbäder dürfen nur unter Einhaltung der Gesundheitsvorschriften benützt werden.

Art. 80 (Becken)

(1) Die Beckenwände müssen senkrecht und mit rutschfestem, hellem Material beschichtet sein, das auch für den Beckenboden zu verwenden ist. Bis auf eine Tiefe von wenigstens 0,80 m dürfen die Wände keine Einbuchtungen oder Vorsprünge haben.

(2) Das Becken muss an allen Seiten von einem wenigstens 2 m breiten Steg umgeben sein, der mit rutschfestem Material beschichtet ist.

(3) Für den Einstieg dürfen Stufen errichtet werden, sofern sie deutlich sichtbar gemacht werden und keine scharfen Kanten aufweisen.

Art. 81 (Sprunganlagen)

(1) Die Sprunganlagen müssen folgende Merkmale aufweisen:

  1. Sprungbretter wie Plattformen müssen rutschfeste Oberflächen haben,
  2. die Plattformen ab 5 m Höhe müssen unbeweglich, wenigstens 5 m lang und 2 m breit und auf drei Seiten mit einem wenigstens 1,10 m hohen Geländer versehen sein,
  3. die Treppen für Höhen über 3 m müssen aus genormten Stufen mit höchstens 75° Neigung bestehen oder als Wendeltreppe ausgeführt sein. Je Rampe dürfen nicht mehr als 3 m Höhenunterschied bewältigt werden. Der Treppenabsatz am Fuß der Treppe darf nicht weniger als 1,20 m breit sein,
  4. die Wassertiefe unter der Sprunganlage muss wie folgt sein:
    1. für Sprungbretter (Höhe vom Wasserspiegel von einem bis zu drei Metern) 3,50 m; der Graben unter dem Sprungbrett muss wenigstens 3,5 m Breite auf jeder Seite und 4 m beziehungsweise 6 m Breite stirnseitig haben. Das Sprungbrett muss über den Beckenrand wenigstens 1 m hinausragen,
    2. für Plattformen (Höhe vom Wasserspiegel von 5 bis zu 10 m) wenigstens 5 m; der Graben unter der Plattform muss wenigstens 8 m breit und wenigstens 18 m lang sein. Am Ende der 18 m muss ein Übergang vorgesehen werden.

Art. 82 (Fassungsvermögen des Schwimmbades)

(1) Das Fassungsvermögen eines Beckens wird, auf der Grundlage von 4 m² je Badegast, im Verhältnis zur Oberfläche des Wasserspiegels berechnet.

(2) Die Gesamtfläche der Liegewiese darf nicht kleiner sein als die doppelte Fläche des Wasserspiegels.

(3) Das Gesamtfassungsvermögen der Anlage wird mit 2 m² je Person bemessen.

Art. 83 (Zugang zu den Becken)

(1) Der Zugang zu den Becken muss ausschließlich über einen vorgeschriebenen Weg erfolgen, der mit Duschen und Fußbrausen versehen ist, die die Reinigung der Badegäste ermöglichen.

Art. 84 (Sanitäranlagen und Umkleidekabinen)

(1) Zusätzlich zu den Sanitäranlagen laut Artikel 71 muss wenigstens eine Dusche je 50 m² Wasserfläche vorhanden sein.

(2) Je 40 m² Wasserfläche muss eine Umkleidekabine vorhanden sein.

Art. 85 (Rettungsdienst)  

(1) Der Rettungsdienst wird von einer angemessenen Anzahl befähigter Bademeister durchgeführt. Bei einer Wasserfläche der Becken bis zu 1.000 m² müssen mindestens zwei Bademeister vorgesehen sein. Für jede zusätzliche Wasserfläche bis zu 500 m² ist jeweils ein weiterer Bademeister vorgeschrieben. Sollte die Überschaubarkeit der gesamten Wasserfläche nicht gewährleistet sein, kann der Techniker zusätzliche Bademeister vorschreiben.

(2) Für Badeanlagen an Seeufern muss der Rettungsdienst wenigstens einen Bademeister je fünfzig Strandmeter vorsehen; es müssen auf jeden Fall mindestens zwei Bademeister anwesend sein.

III. TEIL
Pferderennbahnen, Autodrome und Motodrome

Art. 86 (Pferderennbahnen)

(1) In Anlagen für Pferderennen müssen die Rennbahn, der Bereich der Waage sowie die Durchgänge und die Aufenthaltsbereiche für Pferde mit Bretterzäunen, Gittern oder genügend breiten Hecken so eingefriedet werden, dass sie vollständig vom Publikum abgetrennt sind. Dieses darf keinen Zugang zu den genannten Bereichen haben.

(2) Sollte das Publikum auf der Rennbahn zugelassen sein oder kann der Durchgang des Publikums in Bereichen, die auch für den Durchgang der Pferde verwendet werden, nicht vermieden werden, müssen diese Bereiche mit Öffnungen versehen sein, die so gestaltet sind, dass Pferde und Zuschauer nicht gleichzeitig passieren können.

(3) Im Zentrum der Anlage, bei Trabrennen, oder außerhalb der Bahn auf der Höhe des Zielpfostens, bei Galopprennen, muss für die Jury ein Turm oder eine Tribüne vorhanden sein, der bzw. die durch einen wenigstens 2,20 m hohen Maschendrahtzaun vollständig vom Publikum abgetrennt ist.

(4) Für Trabrennen muss auch eine erhöhte Tribüne im Inneren der Rennbahn für den Startrichter vorgesehen werden. Sie muss gleichfalls vom Publikum abgetrennt sein.

Art. 87 (Auto- und Motorradrennstrecken)

(1) Für Auto- und Motorradrennen gelten die in Anlage A enthaltenen Sicherheitsbestimmungen zur Benutzung von Auto- und Motorradrennstrecken.

VIII. ABSCHNITT
SONDERVORSCHRIFTEN FÜR ÖFFENTLICHE VERANSTALTUNGS- UND UNTERHALTUNGSORTE

I. TEIL
Allgemeine Vorschriften

Art. 88 (Anwendungsbereich)

(1) Dieser Abschnitt gilt für Veranstaltungen im Freien wie Wiesen- und Dorffeste, Feste und Darbietungen in Zeltstrukturen, Zirkusse, Konzerte, Theatervorführungen, Sportveranstaltungen oder -wettbewerbe und Ähnliches.

Art. 89 (Eignung der Orte)

(1) Für die Eignung der Orte müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  1. der Standort der Veranstaltung sollte sich möglichst nicht in unmittelbarer Nähe von stark befahrenen Durchzugsstraßen, Eisenbahnlinien, Flüssen oder Abgründen sowie unterhalb des Straßenniveaus oder eventueller Parkplätze oder unter Viadukten oder Brücken befinden. Sollten genannte oder ähnliche Gefahrenquellen vorhanden sein, müssen diese durch geeignete Sicherheitsvorkehrungen entschärft werden,
  2. es muss eine ausreichende Parkfläche vorhanden sein,
  3. die Zeltstruktur muss über eine angemessene Anzahl von Ausgängen verfügen. Hierzu gilt folgender Parameter: 1 cm/Person und jedenfalls mindestens 3 Ausgänge,
  4. die Gastronomie- und Verkaufsstände und die Schankbuden, in der Folge als Stände bezeichnet, die Nebenräume und die Zeltstrukturen müssen mit ausreichender Beleuchtung sowie Notbeleuchtung versehen sein, damit ein reibungsloser Normalbetrieb und im Schadensfalle eine sichere Evakuierung des Publikums gewährleistet ist,
  5. die Ausgänge, die Fluchtwege und die Sanitäranlagen müssen gut sichtbar beschildert sein,
  6. die Einrichtungen wie Hauptbühne, Tische, Bänke, Stühle, Stände und Ähnliches müssen so angeordnet sein, dass die Ausgänge und Fluchtwege nicht versperrt oder eingeschränkt werden,
  7. bei der Anordnung der Sitzplätze, mit oder ohne Aufstellung von Tischen, müssen die Vorschriften laut den Artikeln 16, 21 und 22, sofern anwendbar, befolgt werden. Bei der Anordnung von Stehplätzen auf freien Flächen gilt der Parameter von 3 Personen/m²,
  8. Stände oder andere nicht leicht verstellbare Gegenstände dürfen die Zufahrtsmöglichkeit der Einsatz- und Rettungsfahrzeuge nicht einschränken. Dabei gelten folgende Richtwerte:
    1. Durchfahrtsbreite: mindestens 3,5 m,
    2. Durchfahrtshöhe: mindestens 4 m,
    3. Kurvenradius: mindestens 13 m,
  9. für das Fluchtwegsystem sind im Allgemeinen die Vorgaben des Art. 69 (einzuhalten; sollten Innenhöfe, welche durch Mauern oder Ähnliches eingegrenzt sind, genutzt werden, muss die Bemessung der Fluchtwege laut Artikel 17 erfolgen,
  10. der Brandschutzdienst muss während der gesamten Veranstaltungsdauer gewährleistet sein. Für die obligatorische Verrichtung des Brandschutzdienstes durch die Feuerwehr ist der Artikel 110 anzuwenden,
  11. der Veranstaltungsort muss über eine ausreichende Anzahl von nach Geschlechtern getrennten Sanitäranlagen sowie über behindertengerechte Sanitäranlagen verfügen,
  12. für die Gewährleistung einer unbehinderten Anfahrt der Einsatz- und Rettungsfahrzeuge zum Veranstaltungsort müssen die Zufahrtswege und -straßen stets frei gehalten werden,
  13. jedwede Sturzgefahr am Veranstaltungsort muss ausgeschlossen werden. Geländer, Zäune, Absperrgitter und ähnliche Abgrenzungen müssen so gestaltet sein, dass ein Aufsteigen, Hinunter- oder Durchfallen verhindert wird. Am Boden verlaufende Leitungen, wie Strom- und Wasserleitungen, müssen begehbar abgedeckt werden.

Art. 90 (Errichtung von temporären Tribünen und  Podeste für das Publikum)

(1) Das Fassungsvermögen der Zuschauertribüne wird berechnet, indem man die in Laufmetern ausgedrückte Gesamtlänge der für Zuschauerplätze zugeteilten Tribünenstufen durch den Koeffizienten 0,48 teilt.

(2) Alle fünfzehn Tribünenstufen für Zuschauerplätze muss ein zu diesen Stufen parallel verlaufender Durchgang mit einer Nettobreite von nicht weniger als 1,20 m bestehen.

(3) Die Tribüne muss mit Verteilertreppen für die Zuschauer ausgestattet sein, welche eine Nettobreite von nicht weniger als 1,20 m aufweisen und nicht mehr als zwanzig Plätze je Reihe und Seite bedienen. Auf jeden Fall müssen zwei seitliche Verteilertreppen vorgesehen werden.

(4) Die Rampen der Verteilertreppen für die Zuschauer auf den Tribünen müssen geradlinig sein. Die Stufen jeder Rampe müssen eine gleichbleibende Höhe von höchstens 25 cm und einen gleichbleibenden Auftritt von wenigstens 23 cm haben.

(5) Für Tribünen in Zeltstrukturen muss die gesamte Nettobreite der Fluchtwege nach den Kriterien laut Artikel 17 berechnet werden.

(6) Für Tribünen im Freien wird die gesamte Nettobreite der Fluchtwege auf der Basis eines Moduls (0,60 m) je 250 Zuschauer berechnet.

(7) Die Nettobreite jedes einzelnen Fluchtwegs muss das Mehrfache eines Moduls (0,60 m) und jedenfalls nicht weniger als zwei Module (1,20 m) betragen.

(8) Es müssen auf jeden Fall mindestens zwei Ausgänge vorhanden sein.

(9) Die Abgangstreppen von den Tribünen müssen mit Geländern oder Brüstungen ausgestattet sein, die dem Druck der Menge, auch im Panikfall, standhalten.

(10) Die Stufen der Abgangstreppen müssen einen rechteckigen Grundriss, einen gleichbleibenden Auftritt von wenigstens 30 cm und eine gleichbleibende Höhe von höchstens 18 cm haben.

(11) Die Geländer und Brüstungen der Tribüne müssen eine Mindesthöhe von 1 m aufweisen und so gestaltet sein, dass ein Aufsteigen, Hinunter- oder Durchfallen verhindert wird.

(12) Die Abgänge von den Tribünen sowie die darauffolgenden Fluchtwege müssen gut sichtbar beschildert sein.

(13) Für die Errichtung von Podesten, Podien und Tanzböden, auf welchen sich das Publikum zur Unterhaltung aufhält und die ein bescheidenes Größenausmaß überschreiten, gelten, sofern anwendbar, die Bestimmungen dieses Artikels.

Art. 91 (Errichtung und Ausstattung der Koch-vorrichtungen und Ähnliches)

(1) Mit gasförmigen Brennstoffen betriebene Wärmeerzeugungsanlagen mit einer Feuerleistung bis zu 35 kW, die anlässlich öffentlicher Veranstaltungen im Freien, mit oder ohne Stand, installiert werden, müssen folgenden Mindestanforderungen entsprechen:

  1. die Einhaltung der technischen Bestimmungen über Gasanlagen muss durch eine Bescheinigung des Installateurs nachgewiesen werden,
  2. die Wärmeerzeugungsanlagen und -geräte müssen in einem Abstand von mindestens 5 m von der Zeltstruktur angeordnet werden,
  3. die Wärmeerzeugungsanlagen und -geräte müssen brandschutzmäßig mittels Blech- oder Gipsfaserplatten oder anderem nicht brennbarem Material zu brennbaren Elementen hin abgesichert werden,
  4. das Gasdepot jeder Küche darf eine Lagerkapazität von 75 kg nicht überschreiten. Für die Zulassung eines Gasdepots mit einer Lagerkapazität von mehr als 75 kg muss die Brandschutzabnahme erfolgen,
  5. die Unterbringung der Gasflaschen muss außerhalb des Stands an einem geschützten, dem Publikum nicht zugänglichen Bereich erfolgen. Dieser Bereich darf nicht der Sonne ausgesetzt sein und muss mit einer entsprechenden nicht brennbaren Umzäunung versehen werden,
  6. im Inneren der Stände, in den Nebenräumen und in den Zeltstrukturen, zu welchen das Publikum Zugang hat, dürfen keine Flüssiggasflaschen untergebracht werden, unabhängig von der Feuerleistung der Anlage,
  7. Gasdepots und Küchengeräte müssen ausreichend belüftet sein; ebenso muss ein Abstand von mindestens 4,50 m von Schächten oder Kanälen sowie von Lüftungsöffnungen oder Öffnungen zu Räumlichkeiten, deren Fußboden unterhalb des Geländeniveaus liegt, eingehalten werden,
  8. die Anschlüsse zu den Verbrauchergeräten erfolgen grundsätzlich mit fester Rohrleitung. Es ist zulässig, eine maximal 2 m lange flexible Rohrleitung zu installieren; in diesem Falle muss ein homologiertes Streckmetallrohr verwendet werden. Für eine maximale Länge von 1,5 m kann auch ein homologiertes Kunststoffrohr UNI-Cig 7140 eingesetzt werden. Die Gas-Hauptanschlussleitung muss mit einem Durchflussbegrenzer ausgestattet sein, welcher der Leistung der Verbrauchergeräte angepasst ist,
  9. alle Geräte der Küchenvorrichtung müssen mit automatischer Durchflussunterbrechung mittels Thermosicherung ausgestattet sein; die Gasversorgungsanlagen müssen auch im Inneren des Küchenraums oder ähnlicher Bereiche mit einer manuellen Absperrvorrichtung ausgestattet sein,
  10. im Küchenbereich und in den anderen Räumen oder Bereichen, wo Wärmeerzeugungsanlagen betrieben werden, müssen wenigstens ein Handfeuerlöscher mit einer Mindestlöschkapazität von 34A-233B-C sowie eine Löschdecke vorhanden sein.

(2) Die Vorschriften laut Absatz 1 Buchstaben b) und c) gelten auch für strombetriebene Wärmeerzeugungsanlagen, bei denen in Zusammenhang mit Speiseöl oder Fett grundsätzlich die Möglichkeit einer Stichflamme besteht.

(3) Für mit gasförmigen Brennstoffen betriebene Wärmeerzeugungsanlagen mit einer Feuerleistung von mehr als 35 kW gelten die Bestimmungen laut Ministerialdekret vom 12. April 1996, in geltender Fassung.

Art. 92 (Wassergespeiste Löschanlage)

(1) Der Techniker entscheidet von Fall zu Fall, ob der öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungsort durch Hydranten oder andere Löschgeräte angemessen geschützt ist.

Art. 93 (Bescheinigungspflicht)

(1) Je nach Veranstaltungsart muss der Veranstalter dem Techniker folgende, von einer befähigten Person ausgestellten Bescheinigungen vorlegen:

  1. Erklärung über die fachgerechte Installation und Erdung der Elektroanlage sowie über die fachgerechte Installation der Heizungsanlage und der Notlichtanlage am Veranstaltungsort, in der Zeltstruktur, auf der Tribüne und längs der Fluchtwege. Jeder Stand muss zusätzlich mit Notlicht ausgestattet sein. Keine Notbeleuchtung ist erforderlich bei Veranstaltungen, die ausschließlich bei Tageslicht stattfinden,
  2. jährliche statische Bauabnahme der gesamten Zeltstruktur,
  3. Bescheinigung über die Homologierung der Zeltplane, dessen Brandverhaltensklasse nach den italienischen oder europäischen technischen Normen zertifiziert sein muss,
  4. Erklärung über den fachgerechten Aufbau der Zeltstruktur unter Einhaltung der statischen Vorgaben und der Anweisungen der Herstellerfirma,
  5. Erklärung über die fachgerechte Installation der Gasanlagen,
  6. Erklärung über den fachgerechten Aufbau und die fachgerechte Erdung der Hauptbühne, einschließlich der Masten für Licht- und Lautsprecheranlagen, sowie eventueller anderer Strukturen unter Einhaltung der statischen Vorgaben und der Anweisungen der Herstellerfirma,
  7. statische Abnahme der Befestigungssysteme für abhängende Strukturen, wie Beleuchtungskörper, Lautsprecheranlagen und Ähnliches, gemäß Dekret des Landeshauptmanns vom 2. November 2009, Nr. 51. Die statische Abnahme ist nicht erforderlich, wenn alle einwirkenden Lasten < 0,20 kN bzw. die Gewichte < 20 kg sind. In diesem Falle muss aber trotzdem eine Bestätigung über die fachgerechte Anbringung vorgelegt werden,
  8. wird die Zeltstruktur mit Stoffen, Girlanden oder Ähnlichem ausgekleidet, Homologierungszertifikat, welches bescheinigt, dass die verwendeten Dekorationsmaterialien schwer entflammbar sind,
  9. bei Errichtung von Überdachungen für das Publikum, wie Planen oder Flugdächer, Erklärung über ihren fachgerechten Aufbau,
  10. jährliche statische Bauabnahme der Tribüne gemäß Ministerialdekret vom 14. Jänner 2008, in geltender Fassung, mit Angabe der Nutzlast von mindestens 500 kg/m² oder, bei festen Sitzplätzen, von mindestens 400 kg/m²,
  11. Erklärung über den fachgerechten Aufbau der Tribüne unter Einhaltung der statischen Vorgaben und der Anweisungen der Herstellerfirma.

(2) Die Erklärung über den fachgerechten Aufbau laut den Buchstaben d), f), i), und k) kann auch, in Alternative zur befähigten Person, vom Aufbauer der Struktur verfasst werden. Im Falle von technisch komplexen Strukturen holt der Techniker die statische Abnahme bei fertig aufgestellter Struktur ein.

II. TEIL
Wettbewerbe mit Tiergespann und Reitturniere

Art. 94 (Rennwettbewerbe mit Tiergespann)

(1) Bei Rennwettbewerben mit Tiergespann werden die Schutzvorrichtungen für das Publikum an den Stellen der Strecke, zu denen es Zugang hat, je nach Bodenbeschaffenheit und Höchstgeschwindigkeit, die im jeweiligen Streckenabschnitt erreicht werden kann, anhand folgender Kriterien festgesetzt:

  1. die Ebene, auf der sich das Publikum aufhält, muss sich auf gleicher Höhe wie die Rennbahn oder höher befinden und darf nicht mehr als 25 Prozent Steigung aufweisen, außer wenn Stufen oder andere eigens errichtete Strukturen vorhanden sind,
  2. das Publikum hält sich hinter stabilen Abzäunungen, wie Absperrgitter oder andere Absperrvorrichtungen auf, die beaufsichtigt und wenigstens 5 m vom Rennbahnrand entfernt sind. Dieser Abstand kann um 25 Prozent verringert werden, wenn die durch eine Mauer oder einen Erdwall gestützte Ebene, auf der das Publikum verweilt, um mindestens 1 m überhöht ist. In den Kurven darf der Abstand zwischen Publikum und Rennbahnrand in keinem Fall weniger als 6 m betragen,
  3. zwischen Rennbahnrand und Publikumsabsperrung muss wenigstens 3 m von dieser entfernt eine Schutzvorrichtung vorhanden sein, die so bemessen ist, dass sie dem Aufprall eines Tieres, eines Gespanns oder eines Fahrers standhalten kann, das bzw. der mit der im entsprechenden Streckenabschnitt höchstmöglichen Geschwindigkeit aus der Rennbahn gerät.

(2) Wenn das Zugtier 100 kg Gewicht nicht überschreitet, können die Bestimmungen laut Absatz 1 nach Beurteilung des Technikers angesichts der geringeren Gefahr, die für Dritte von solchen Rennen ausgeht, entsprechend abgeschwächt und geändert werden, wobei die Sicherheit des Publikums immer gewährleistet sein muss.

(3) Der Techniker kann andere als in Absatz 1 vorgesehene Schutzvorrichtungen zulassen, sofern eine gleichwertige Sicherheit gewährleistet ist.

Art. 95 (Geschicklichkeitsreitturniere)

(1) Bei Reit- oder Ritterturnieren, wo die Geschicklichkeit des Reiters und des Pferdes zur Bewältigung der Hindernisse ausschlaggebend ist, legt der Techniker – unter Berücksichtigung der Turnierart, der Bodenbeschaffenheit und anderer örtlicher Gegebenheiten – die Mindestabstände für eine sichere Unterbringung des Publikums durch stabile, beaufsichtigte Abgrenzungen fest und erteilt dem Veranstalter eventuelle zusätzliche Auflagen zur Gewährleistung der Unversehrtheit der Zuschauer.

IX. ABSCHNITT
BETRIEBSVORSCHRIFTEN

I. TEIL
Pflichten des Inhabers

Art. 96 (Einsatzplan)

(1) In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr muss für jedes öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal ein Einsatzplan mit allen nötigen Brandschutzhinweisen ausgearbeitet werden.

(2) Eine Abschrift des Einsatzplans wird in einem dazu bestimmten Kästchen in der Nähe der Eingänge und eine andere Abschrift bei der örtlichen Feuerwehr aufbewahrt.

Art. 97 (Anschlag des Grundrisses des Lokals)

(1) In öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen mit komplexem Grundriss müssen an geeigneten Stellen Pläne ausgehängt werden, in denen der Weg zu den Treppen und den Ausgangstüren klar gekennzeichnet ist.

Art. 98 (Rauch- und Behinderungsverbot und  vorbeugende Kontrollen)

(1) Unbeschadet der Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit der Nichtraucher, sind Verwaltung und Direktion der öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale dazu angehalten, auf striktes Einhalten des Rauchverbots für jene Räume zu achten, wo dieses Verbot aus Sicherheitsgründen gilt.

(2) Das Personal muss im Saal und in den Nebenräumen das Publikum daran hindern, sich in den Durchgängen aufzuhalten, die als Zugang zu den Sitzplätzen dienen.

(3) Alle Ausgänge und Fluchtwege müssen stets frei von jeglichen Materialen gehalten werden, damit eine unbehinderte Flucht der Personen gewährleistet ist und eine Gefahr für das Ausbreiten eines Brandes verhindert wird.

(4) Bei öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen oder -orten muss die Funktionstüchtigkeit des Telekomunikationssystems überprüft werden, hauptsächlich im Falle von schlechter Abdeckung des Mobilfunknetzes, damit eine effiziente Anforderung der Rettungsdienste gewährleistet ist.

Art. 99 (Verbot von bestimmten Tätigkeiten)

(1) Für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale und -orte gilt das Verbot, im Aufenthaltsbereich des Publikums Schaum oder dichten Rauch durch Geräte oder Vorrichtungen zu erzeugen. Ebenso verboten ist der Einsatz jeglicher anderer Materialien, welche die Sicherheit gefährden oder die Brandgefahr erheblich erhöhen.

Art. 100 (Erste-Hilfe-Dienst)

(1) In öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen und -orten muss ein Erste-Hilfe-Dienst gewährleistet sein.

(2) In jedem öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokal oder -ort muss ständig ein entsprechend ausgestatteter und von der Gesundheitsbehörde genehmigter Erste-Hilfe-Kasten bereitgehalten werden.

Art. 101 (Sanitätsdienst und Risikoberechnung)

(1) Der Organisator eines Events oder einer Veranstaltung ist verpflichtet, den Sanitätsdienst für die aktiven Teilnehmer, einschließlich der Athleten bei Sportveranstaltungen, zu gewährleisten. Er muss außerdem einen angemessenen Rettungsdienst für das anwesende Publikum gewährleisten. Unter Event oder Veranstaltung versteht man Sport-, Freizeit-, Spiel-, oder Sozialinitiativen, die in bzw. an öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen und -orten stattfinden und eine große Anzahl von Personen anziehen können.

(2) Für die Zwecke laut Absatz 1 muss der Veranstalter, eventuell mit Hilfe des Technikers, eine Berechnung des Risikos des Events oder der Veranstaltung für das Publikum vornehmen, wobei er die Tabelle laut Anlage C ausfüllt.

(3) Die Risikostufen und die entsprechende Punktezahl sind wie folgt festgelegt:

  1. Risikostufe sehr niedrig / niedrig = < 18 Punkte,
  2. Risikostufe mäßig / hoch = 18-36 Punkte,
  3. Risikostufe sehr hoch = 37-55 Punkte.

(4) Die ausgefüllte Tabelle für die Risikoberechnung ist gleichzeitig mit dem Antrag auf Erteilung der Bewilligung zur Abhaltung des Events oder der Veranstaltung bei der zuständigen Behörde einzureichen.

(5) Die für die Erteilung der genannten Bewilligung zuständige Behörde übermittelt, gemäß den Absätzen 6 und 7, die vorgeschriebene Dokumentation an die Landesnotrufzentrale 118.

(6) Events oder Veranstaltungen mit einer Risikostufe sehr niedrig / niedrig (< 18 Punkte) müssen mindestens 15 Tage vor Beginn mitgeteilt werden, wobei die Tabelle laut Anlage C zu übermitteln ist.

(7) Beträgt die Punktezahl 18 oder mehr, muss die Mitteilung mindestens 30 Tage vor Beginn des Events oder der Veranstaltung erfolgen, wobei zusätzlich zur Tabelle laut Anlage C ein Rettungsdienstplan zu übermitteln ist, aus dem die vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Ressourcen und die Einsatzplanung für den Rettungsdienst hervorgehen. Die Landesnotrufzentrale 118 überprüft den vom Veranstalter erstellten Rettungsdienstplan und erteilt eventuelle Auflagen für die Abhaltung des Events oder der Veranstaltung.

(8) Die Ausgaben für die Planung und die Bereitstellung der Mittel, der Rettungskräfte und jeglicher anderer, im Rettungsdienstplan vorgesehenen Ressourcen gehen zu Lasten des Veranstalters.

(9) Für Events oder Veranstaltungen im Freien oder in geschlossenen Räumen mit bis zu 500 gleichzeitig anwesenden Personen ist die Risikoberechnung nicht erforderlich.

II. TEIL
Betriebsvorschriften für die Bühne

Art. 102 (Auf der Bühne zugelassene Ausstattung)

(1) Das Bühnenpersonal muss dafür sorgen, dass Ausstattung, Werkzeuge und Ähnliches nur soweit unbedingt nötig auf die Bühne gebracht und nach Gebrauch umgehend wieder weggeräumt werden.

(2) Bühnenbilder und alles, was für die bevorstehende oder gerade laufende Vorstellung nicht unentbehrlich ist, müssen in den Lagern aufbewahrt werden. Diese sind normalerweise abgeschlossen und dürfen nur so lange geöffnet bleiben, wie dies für den Transport des Materials unbedingt nötig ist.

Art. 103 (Auf der Bühne zugelassenes Personal)

(1) Der Bühnenleiter muss dafür sorgen, dass sich auf der Bühne keine unbefugten Personen aufhalten. Auf jeden Fall darf niemand die Durchgänge verstellen und sich zwischen den Kulissen aufhalten, um der Vorstellung beizuwohnen.

(2) Der Raum links und rechts neben der Bühnenöffnung bleibt ausschließlich der Bühnenleitung, der dienstleistenden Feuerwehr und dem Bühnendienst vorbehalten.

Art. 104 (Feuerwerkskörper, offenes Licht und  Feuerwaffen)

(1) Die Verwendung von Feuerwerkskörpern, offenem Licht und Feuerwaffen während der Vorstellung muss vom Techniker geprüft werden und darf nur dann genehmigt werden, wenn den Gefahren entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Art. 105 (Tragbare Lichter)

(1) Normalerweise ist der Gebrauch tragbarer Lichter auf der Bühne verboten.

(2) Wenn die Aufführung es erfordert, können elektrische Lichtquellen und nur in Ausnahmefällen brennende Kerzen verwendet werden, sofern hierfür geeignete Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Art. 106 (Gefährliche Stoffe)

(1) Es ist in der Regel verboten, leicht entflammbare Stoffe wie Mineralöle, Benzin, Essenzen und verdichtete oder verflüssigte Gase sowie Lacke und Lösungsmittel auch in kleinsten Mengen in öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale zu bringen und dort zu verwenden.

Art. 107 (Sicherheitsvorhang)

(1) Jedes Jahr zu Saisonbeginn müssen der Sicherheitsvorhang und die dazugehörigen Maschinen einer sorgfältigen Überprüfung durch eine befähigte Person unterzogen werden. Über die genannte Überprüfung wird ein Protokoll angefertigt, das im Betrieb aufzubewahren ist.

(2) Reinigung und Wartung der Antriebsvorrichtungen des Sicherheitsvorhangs werden fachlich qualifizierten Unternehmen oder Personen anvertraut. Wenigstens einmal im Monat müssen das Reinigen, das Schmieren, die Kontrolle der Seilzüge und alles weitere ausgeführt werden, was für eine sachgemäße Instandhaltung und die Funktionstüchtigkeit des Vorhangs nützlich ist.

(3) Der Sicherheitsvorhang muss vor Beginn jeder Vorführung bewegt werden, um sein gutes Funktionieren zu kontrollieren.

(4) Der Zugang zu den Räumlichkeiten, in denen sich die Antriebsvorrichtungen des Sicherheitsvorhangs befinden, muss allen Unbefugten streng untersagt werden.

Art. 108 (Wilde Tiere)

(1) Wenn wilde Tiere an der Veranstaltung teilnehmen oder auch nur darin vorkommen, müssen sie in durchgehend geschlossenen und vom Publikum gut abgetrennten Käfigen oder eigenen Behältern gehalten werden.

(2) Es muss gewährleistet sein, dass die Verbindungsteile für die Käfigelemente solide gebaut, effizient und einfach zu verwenden sind. Der Käfig muss zwei Türen haben, eine für die Tiere, die andere, als Doppeltür ausgelegt, für die Dompteure.

(3) Die Käfige mit den Tieren dürfen keinesfalls in der Nähe der Ausgänge für das Publikum aufgestellt werden.

Art. 109 (Akrobatiknummern)

(1) Akrobatiknummern in großer Höhe dürfen nicht durchgeführt werden, wenn nicht ein Sicherheitsnetz oder ein gleichwertiges Sicherheitssystem angebracht ist, das bei Stürzen Unfälle verhindert.

X. ABSCHNITT
BRANDSCHUTZ- UND ÜBERWACHUNGSDIENST

I. TEIL
Brandschutzdienst

Art. 110 (Brandsicherheitswache)

(1) Die Brandsicherheitswache der Feuerwehr, deren Kosten zu Lasten des Inhabers gehen, ist während der gesamten Dauer der Veranstaltung oder Unterhaltung vorgeschrieben, wenn die Tätigkeit an folgenden Orten stattfindet:

  1. Zeltstrukturen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 500 Plätzen,
  2. Theaterhäuser mit einem Fassungsvermögen von mehr als 500 Plätzen und Freilichttheater mit einem Fassungsvermögen von mehr als 2.000 Plätzen,
  3. Säle mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.000 Plätzen, in welchen Konferenzen, Konzerte und Ähnliches dargeboten wird,
  4. Sportanlagen im Freien mit einem Fassungsvermögen von mehr als 10.000 Plätzen, auch wenn diese gelegentlich für andere Veranstaltungen genutzt werden,
  5. Sporthallen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 4.000 Plätzen, auch wenn diese gelegentlich für andere Veranstaltungen genutzt werden,
  6. Gebäude und Räumlichkeiten mit einer Bruttofläche von mehr als 2.000 m², in welchen auch nur gelegentlich Ausstellungen oder Schaustellungen abgehalten werden,
  7. Messen und Messegelände mit einer Bruttofläche von mehr als 4.000 m², falls überdacht, und 10.000 m², falls im Freien untergebracht,
  8. Lokale mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.500 Personen, in welchen Tanzunterhaltungen stattfinden,
  9. öffentliche oder öffentlich zugängliche Orte und Areale im Freien, wo gelegentlich Veranstaltungen oder Unterhaltungen mit einem Besucherstrom von mehr als 10.000 Personen stattfinden.

(2) Die Brandsicherheitswache kann vom Techniker, auf Hinweis der örtlich zuständigen Feuerwehr, auch für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungstätigkeiten an Orten mit weniger Fassungsvermögen oder Fläche als in Absatz 1 angegeben vorgeschrieben werden, falls dies aufgrund des Standorts, der Begebenheiten des Geländes oder anderer einschneidender Umstände im Interesse der öffentlichen Sicherheit unentbehrlich ist.

(3) Die Brandsicherheitswache der Feuerwehr ist durch die Bestimmungen laut Anlage B geregelt.

Art. 111 (Brandkontrolldienst)

(1) Bei öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen und -orten, für welche die obligatorische Brandsicherheitswache der Feuerwehr nicht vorgeschrieben ist, muss der Betreiber auf jeden Fall gewährleisten, dass während der Tätigkeit geeignetes Personal anwesend ist, um im Brandfall Erstmaßnahmen ergreifen zu können. Der Brandkontrolldienst muss von mindestens zwei Personen gewährleistet sein, die eine Befähigung gemäß den geltenden Gesundheits- und Arbeitsschutzbestimmungen besitzen. Bei öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Orten und Arealen im Freien, wo gelegentlich Veranstaltungen oder Unterhaltungen mit einem Besucherstrom von mehr als 5.000 Personen stattfinden, muss der Dienst von mindestens vier Personen gewährleistet sein.

(2) Für alle öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungsorte, unabhängig vom Fassungsvermögen, und für öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale mit einem Fassungsvermögen von bis zu hundert Personen können Personen mit dem Dienst betraut werden, welche den Brandschutzkurs für niedriges Risiko besucht haben. Für den Dienst in Veranstaltungs- und Unterhaltungslokalen mit einem Fassungsvermögen von über 100 Personen muss der Besuch des Brandschutzkurses für mittleres Risiko nachgewiesen werden.

Art. 112 (Akustische Alarmanlage)

(1) Öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale müssen mit einer akustischen Alarmanlage ausgestattet sein.

II. TEIL
Überwachungsdienst

Art. 113 (Inspektion zu Beginn und am Ende  der Veranstaltung und Unterhaltung)

(1) Jeder Teil des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals oder -ortes kann vor Beginn der Veranstaltung vom diensttuenden Beamten für öffentliche Sicherheit untersucht werden, um zu überprüfen, ob alle einschlägigen Rechtsvorschriften eingehalten wurden.

(2) Der Organisator der Veranstaltung muss vor Einlass des Publikums alle Anlagen, Nebenräume und Geräte zur Sicherung des öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokals oder -ortes gegen Brandgefahr und jene für die Sicherheit des Publikums wie Notbeleuchtung, Ausgangstüren, Meldeanlagen und Ähnliches auf ihre Funktionstüchtigkeit hin gründlich überprüfen und sich vergewissern, dass sie einwandfrei funktionieren.

XI. ABSCHNITT
SCHLUSSBESTIMMUNGEN

I. TEIL
Abweichungen und Kontrollen

Art. 114 (Teilweise Abweichungen)

(1) Können aus besonderen technischen oder funktionellen Gründen eine oder mehrere der Brandschutzvorschriften dieser Verordnung nicht eingehalten werden, so kann ein begründeter Antrag auf Gewährung einer Abweichung gemäß Artikel 11 des Landesgesetzes vom 16. Juni 1992, Nr. 18, in geltender Fassung, eingereicht werden. Der Antrag muss einen Vorschlag zum Erreichen äquivalenter Sicherheit beinhalten.

Art. 115 (Abweichungen für künstlerisch und geschichtlich wertvolle Bauwerke)

(1) Werden künstlerisch und geschichtlich wertvolle Bauwerke als öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale benutzt, kann der Techniker Abweichungen von diesen Vorschriften zulassen, sofern die Unversehrtheit der Personen gewährleistet ist. Die Brandschutzvorschriften bleiben unberührt.

Art. 116 (Zuständigkeit für die Kontrollen)

(1) Die Überwachung und die Kontrolle der Anwendung dieser Verordnung werden gemäß entsprechender Sach- und Gebietszuständigkeit durchgeführt: von höheren oder einfachen Amtsträgern der Polizeikräfte, vom Personal der Berufsfeuerwehr, vom Vorsitzenden der Landeskommission für öffentliche Veranstaltungen oder von einem von ihm beauftragten Mitglied, vom Techniker und von den Beamten der für Brandverhütung zuständigen Organisationseinheit des Landes.

II. TEIL
Übergangsbestimmungen

Art. 117 (Bereits bestehende öffentliche Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale)

(1) Alle öffentlichen Veranstaltungs- und Unterhaltungslokale laut Artikel 3 dieser Verordnung, die bereits bestehen und für welche eine Eignungsbescheinigung gemäß Landesgesetz vom 13. Mai 1992, Nr. 13, in geltender Fassung, sowie entsprechender Durchführungsverordnung laut Dekret des Landeshauptmanns vom 17. Juni 1993, Nr. 19, ausgestellt wurde, müssen innerhalb von zehn Jahren ab Ausstellung der Eignungsbescheinigung oder -bestätigung einer neuerlichen Überprüfung durch den Techniker unterzogen werden. Die Überprüfung erfolgt aufgrund der zum Zeitpunkt der Ausstellung der Eignungsbescheinigung oder –bestätigung geltende Bestimmung.

Art. 118 (Bereits bestehende temporäre Tribünen)

(1) Für die temporären Zuschauertribünen, die vor Inkrafttreten dieser Verordnung hergestellt wurden, beträgt die Nettobreite laut Artikel 90 Absätze 2 und 3 mindestens 1,10 m.

III. TEIL
Aufhebung und Inkrafttreten

Art. 119 (Aufhebung)

Art. 120 (Inkrafttreten)

(1) Dieses Dekret tritt am Tag nach seiner Kundmachung im Amtsblatt der Region in Kraft.

Dieses Dekret ist im Amtsblatt der Region kundzumachen. Jeder, dem es obliegt, ist verpflichtet, es zu befolgen und für seine Befolgung zu sorgen.

ANLAGE A (Artikel 87)
Sicherheitsbestimmungen zur Benutzung von Auto- und Motorradrennstrecken

1. Diese Bestimmungen betreffen Rennstrecken, die normalerweise als Ringstrecken auf privatem Grund angelegt sind und mit festen Anlagen für Auto- und Motorradrennen ausgestattet sind, sowie – als offene oder als Ringstrecken ausgerichtete – Abschnitte öffentlicher oder privater Straßen, die dauernd oder fallweise demselben Zweck dienen. Für Ringstrecken kann jede Art von Rennen zugelassen werden, während auf offenen Rennstrecken nur Bergrennen, Geschwindigkeitsprüfungen für Rallyes, Rekordversuche und Ähnliches durchgeführt werden dürfen.

2. Die Straßenbreite muss auf Geraden wenigstens zwei Fahrbahnen entsprechen, wenn überholen gestattet ist, ansonsten wenigstens einer Fahrbahn. Die Breite jeder Fahrbahn muss wenigstens b + 0,042 V m betragen – das Mindestmaß für drei oder vierrädrige Fahrzeuge beträgt 3,50 m und jenes für zweirädrige 2,50 m; b entspricht der Breite des breitesten Fahrzeugs und V der Höchstgeschwindigkeit in Sekundenmeter, die auf dem entsprechenden Streckenabschnitt erreicht werden kann. Für bestehende permanente Rennbahnen kann die Breite um 10 Prozent verringert werden. Die Straßenbreite muss in jeder Kurve in Abhängigkeit des Radius und der Kurvenabwicklung erhöht werden; sie kann auf keinen Fall geringer sein als im vorhergehenden Streckenabschnitt. Die Höchstbreite auf jedem Streckenabschnitt darf bei Motorradrennen 12 m und bei Autorennen 15 m nicht überschreiten; wo die Straße breiter ist, muss die Fahrbahn durch aufgemalte durchgehende Striche oder in Abständen angebrachte Vorrichtungen gekennzeichnet werden, die kein Hindernis darstellen. Streckenabschnitte unterschiedlicher Breite müssen in geeigneter Weise miteinander verbunden werden.

3. Längs der Straßenränder muss ein möglichst grasbewachsener, waagrechter flacher Streifen ohne Höhenübergang vorhanden sein, der frei von Hindernissen ist und dessen Mindestbreite einer Fahrbahn gemäß Punkt 2 entspricht; am Außenrand der Kurve muss dieser Streifen die Querneigung der Fahrbahn beibehalten. Die Streifenbreite kann um maximal 50 Prozent auf Streckenabschnitten verringert werden, wo es durchgehende Schutzvorrichtungen gibt wie Leitplanken, Erdwälle, Mauern, Reihen von an festen Hindernissen verankerten Strohballen und Ähnliches. Die Verringerung der Streifenbreite hängt von der Art und Wirksamkeit dieser Schutzvorrichtungen ab.

4. Die Schutzvorrichtungen für das Publikum an den Stellen der Strecke, zu denen es Zugang hat, werden je nach Bodenbeschaffenheit und Höchstgeschwindigkeit, die im jeweiligen Streckenabschnitt erreicht werden kann, anhand folgender Kriterien festgesetzt:

  1. die Ebene, auf der sich das Publikum aufhält, muss sich auf gleicher Höhe wie die Straße oder höher befinden und darf nicht mehr als 25 Prozent Steigung aufweisen, außer wenn Stufen oder andere eigens errichtete Strukturen vorhanden sind,
  2. das Publikum hält sich hinter stabilen, durchgehenden Maschendrahtzäunen oder anderen gleichwertigen, dauerhaft angebrachten Vorrichtungen auf, die wenigstens 1,20 m hoch sind, oder auch hinter provisorischen Vorrichtungen wie Absperrgitter oder Ähnliches, die beaufsichtigt und bei Höchstgeschwindigkeiten von 100, 150, 200 und über 200 km/h mindestens 6, 8, 9,50 bzw. 11 m vom Fahrbahnrand entfernt sind. Dieser Abstand kann um 20, 30 oder 50 Prozent verringert werden, wenn die durch eine Mauer oder einen Erdwall gestützte Ebene, auf der das Publikum verweilt, um 2, 3 bzw. 3,50 m überhöht ist,
  3. zwischen Fahrbahnrand und Publikumsabsperrung muss wenigstens 3 m von dieser entfernt eine Schutzvorrichtung vorhanden sein, die so bemessen ist, dass sie dem Aufprall eines Fahrzeugs standhalten kann, das mit der im entsprechenden Streckenabschnitt höchstmöglichen Geschwindigkeit unter einem Winkel von 15° aus der Fahrbahn gerät. Die Entfernung kann auf einen Mindestabstand von 1,50 m verringert werden, wenn das Publikum unter den Bedingungen laut Buchstabe b) untergebracht ist,
  4. die Schutzvorrichtung besteht normalerweise aus einer angemessen starken Stahlbetonmauer, die eventuell gegen die Fahrbahn hin konkav ausgebildet ist und deren Höhe zwischen 1,50 und 3 m bei Geschwindigkeiten zwischen 100 und 200 km/h sowie mindestens 3 m bei höheren Geschwindigkeiten beträgt; sie kann auch aus einer angemessen starken, mindestens 0,90 m hohen Mauer bestehen, die bis zu einer Gesamthöhe zwischen 2 und 3 m – je nach den genannten Geschwindigkeiten – von einem Netz und einem System von Stahlseilen oder -stäben ergänzt wird, die in waagrechten Reihen angeordnet sind und von Metallpfosten gehalten werden; diese sind so befestigt, dass die senkrechte Fläche der Seile oder Stäbe durchgehend ist und gegenüber der Aufprallfläche auf der Fahrbahnseite genügend rückversetzt ist; das Netz muss vor den Seilen oder Stäben angebracht werden. Ist genügend Platz vorhanden, so können das genannte Netz und das System von Seilen oder Stäben in einem Mindestabstand von der Mauer von 5 m aufgestellt werden. In beiden Fällen, wenn der Sicherheitsstreifen nicht grasbewachsen oder sonstwie energieverzehrend und schmaler als in Punkt 3 vorgesehen ist, muss die Schutzvorrichtung durch eine Leitplanke oder eine Lage Strohballen oder Ähnliches ergänzt werden, die in Mauernähe zum Schutz der Fahrer angebracht werden,
  5. als Ersatz für die Vorrichtungen laut Buchstabe d) ist der Einsatz der in folgenden Ziffern 1) bis 4) genannten Schutzvorrichtungen bis zur jeweils angeführten höchstmöglichen Geschwindigkeit zulässig, die bei den Innen- und Außenrändern der Kurven um 20 Prozent zu erhöhen bzw. zu verringern ist; diese Schutzvorrichtungen müssen auf jeden Fall die Widerstandsfähigkeit bei Aufprall laut Buchstabe c) aufweisen.

1) Geschwindigkeit bis zu 100 km/h:

Straßenleitplanke mit mehrfachen Längsrippen, mit dem oberen Rand wenigstens 0,60 m über dem Boden und an Stahlpfosten so befestigt, dass die Breitseite der Leitplanken senkrecht zum Erdboden steht; für Motorradrennen muss die Leitplanke, wenn sie vom Fahrbahnrand weniger als eine Fahrbahnbreite entfernt ist, ummantelte Stützpfosten aufweisen oder mit Strohballen abgedeckt sein. Die Leitplanke muss durch ein 1,80 m hohes, sehr widerstandsfähiges Maschendrahtnetz ergänzt sein, das mit wenigstens 4 mm starken Eisendrähten an stabilen Stahlpfosten befestigt ist; andernfalls schräg abfallender, mindestens 2 m hoher Erdwall mit einer Neigung von mindestens 1:1, also mit einem Verhältnis zwischen Höhe und Basis von mindestens 1:1,

2) Geschwindigkeit bis zu 150 km/h:

Leitplanke wie unter Ziffer 1), aber aus dickerem Blech und ergänzt durch ein Maschendrahtnetz wie unter Ziffer 1) mit einer Gesamthöhe von 2 m; andernfalls 2 m hohes Netz wie unter Ziffer 1), aber mit Stahlseilen oder -stäben verstärkt, das vom Fahrbahnrand mindestens eine Fahrbahnbreite entfernt ist; andernfalls schräg abfallender Erdwall wie unter Ziffer 1), der wenigstens 2,50 m hoch ist,

3) Geschwindigkeit bis zu 200 km/h:

verstärkte Leitplanke wie unter Ziffer 2), ergänzt durch ein Netz wie unter Ziffer 1) mit einer Gesamthöhe von 2,20 m; andernfalls verstärktes Netz wie unter Ziffer 2) mit einer Höhe von 2,20 m; andernfalls ein schräg abfallender Erdwall wie unter Ziffer 1), der wenigstens 1,50 m hoch ist, mit einem verstärkten Netz wie unter Ziffer 2), das wenigstens 1,50 m hoch und senkrecht an der Böschungsoberkante angebracht ist; andernfalls schräg abfallender Erdwall wie unter Ziffer 1) mit einer Höhe von 3,50 m,

4) Geschwindigkeit über 200 km/h:

verstärkte Leitplanke wie unter Ziffer 2), ergänzt durch ein mit Seilen oder Stäben verstärktes Netz wie unter Ziffer 2) mit einer Gesamthöhe von 2,50 m; andernfalls schräg abfallender, wenigstens 2 m hoher Erdwall wie unter Ziffer 1) mit einem durch Seile oder Stäbe verstärkten Netz wie unter Ziffer 2, das 1,50 m hoch und an der Böschungsoberkante wie unter Ziffer 3) befestigt ist. Auf Geraden und am Außenrand der Kurven ist auch eine verstärkte Leitplanke oder eine 0,80 m hohe Mauer am Fuß des Erdwalls erforderlich; andernfalls schräg abfallender Erdwall wie unter Ziffer 1), der wenigstens 4 m hoch ist.

5. Der Standort der Boxen und der Seitenstreifen sowie der Übergänge zu diesen muss sich auf einer Geraden oder im Inneren einer Kurve mit uneingeschränkter Sicht und weniger als 1 Prozent Längsgefälle befinden. Die Freifläche vor jeder Box auf der Fahrbahnseite muss für Autos wenigstens 4 m und für Motorräder wenigstens 2 m breit sein. Der Dienststreifen vor den Boxen, d.h. dem Boxenraum, muss für Autos wenigstens 6 m und für Motorräder wenigstens 4 m breit und am Einfahrtsende durch eine Verlängerung des Seitenstreifens und einen um 5 Prozent verjüngten Übergang mit der Fahrbahn verbunden sein, alles insgesamt so breit, dass das Fahrzeug bei voller Einfahrtsgeschwindigkeit anhalten kann; am Ausfahrtsende muss der Dienststreifen durch einen um 10 Prozent verjüngten Übergang mit der Fahrbahn verbunden sein. Der Rand der Rennbahn wird durch eine längs des Boxenraums und des Verlängerungsstreifens aufgemalte durchgehende Linie und durch eine unterbrochene Linie längs der Übergänge gekennzeichnet. Für das Auftanken dürfen nur feste oder bewegliche Sicherheitsanlagen verwendet werden.

6. Die von den Organisatoren eingesetzten Notdienste (Brandschutz und Erste-Hilfe) müssen der Art des Rennens angepasst sein und über effiziente, unabhängige Telefon- oder Funkverbindungen verfügen sowie über eigene Zugänge zur Rennbahn und angemessene Verbindungsstraßen, die für die gesamte Dauer des Rennens freigehalten werden müssen.

7. Der Italienische Automobilclub oder der Italienische Motorradverband („Federazione Motociclistica Italiana“) legt Folgendes fest: angemessene Vorschriften für die Kontrolle und Auswahl der Fahrzeuge, medizinische und psychotechnische Untersuchung der Fahrer, Sicherheitsausrüstung der Fahrer, Rennverhalten und Rennregelements, Dienstrecht und Schutz des Boxenpersonals, sportliche Kontrolle des Rennens, Melde- und Informationsdienst sowie Versicherungsschutz. Die Anzahl der zu den Rennen zugelassenen Fahrzeuge wird einvernehmlich zwischen dem Techniker und dem zuständigen Sportgremium beschlossen. Die Organisatoren sind bei jedem Rennen dazu angehalten, sich an die Vorschriften dieser Anlage zu halten.

8. Die Vorschriften dieser Anlage gelten nicht für Rennstrecken im Gelände, auf Eis, Sand, Asche, Kart-Bahnen und Spezialpisten. Für alles, was in Hinsicht auf Motorradrennen nicht bereits geregelt ist, können die Vorschriften dieser Anlage nach Beurteilung des Technikers angesichts der geringeren Gefahr, die für Dritte von solchen Rennen ausgeht, entsprechend abgeschwächt und geändert werden, wobei die Sicherheit des Publikums immer gewährleistet sein muss.

9. Der Techniker kann andere als in dieser Anlage vorgesehene Schutzvorrichtungen zulassen, sofern eine gleichwertige Sicherheit gewährleistet ist.

ANLAGE B (Artikel 110 Absatz 3)
Brandsicherheitswache der Feuerwehr

1. Die Brandsicherheitswache ist darauf ausgerichtet, die Sicherheitsmaßnahmen der Brandverhütung zu vervollständigen, den Risikosituationen vorzubeugen und einen sofortigen Einsatz mit Personal und technischen Geräten der Feuerwehr beim Auftreten eines Schadensfalls zu gewährleisten.

2. Der Umfang der Brandsicherheitswache wird vom Techniker auf Vorschlag der örtlich zuständigen Feuerwehr festgelegt. Die entsprechenden Vorschriften werden der Feuerwehr und den Interessierten mitgeteilt.

3. In jedem Fall darf folgender Mindestumfang des Wachdienstes nicht unterschritten werden:

  1. Zeltstrukturen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 500 Plätzen: 2 Einheiten bis zu 1000 Plätzen, die für jede weiteren 500 Plätze oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  2. Theaterhäuser mit einem Fassungsvermögen von mehr als 500 Plätzen und Freilichttheater mit einem Fassungsvermögen von mehr als 2.000 Plätzen:
    1. Bereich Parkett: 1 Einheit bis zu 1000 Plätzen, die für jede weiteren 500 Plätze oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen ist,
    2. Bereich Bühne: 1 Einheit bei einer Hauptbühne bis 200 m²; 2 Einheiten bei einer Haupt-bühne mit mehr als 200 m² und/oder bei einer Hauptbühne, welche mit komplexen technischen Anlagen und Geräten ausgestattet ist,
    3. Galerie: 1 Einheit für jede Galerie,
    4. Logen: 1 Einheit alle 3 Logenreihen,
  3. Säle mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.000 Plätzen, in welchen Konferenzen, Konzerte und Ähnliches dargeboten wird: 2 Einheiten bis zu 2.000 Plätzen, die für jede weiteren 1.000 Plätze oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  4. Sportanlagen im Freien mit einem Fassungsvermögen von mehr als 10.000 Plätzen, auch wenn diese gelegentlich für andere Veranstaltungen genutzt werden: 4 Einheiten bis zu 15.000 Plätzen, die für jede weiteren 4.000 Plätze oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  5. Sporthallen mit einem Fassungsvermögen von mehr als 4.000 Plätzen, auch wenn diese gelegentlich für andere Veranstaltungen genutzt werden: 4 Einheiten zu 5.000 Plätzen, die für jede weiteren 1.500 Plätze oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  6. Gebäude und Räumlichkeiten mit einer Bruttofläche von mehr als 2.000 m², in welchen auch nur gelegentlich Ausstellungen oder Schaustellungen abgehalten werden: 2 Einheiten bis zu 4.000 m², die für jede weiteren 2.000 m² um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  7. Messen und Messegelände mit einer Bruttofläche von mehr als 4.000 m², falls überdacht, und 10.000 m², falls im Freien untergebracht: 4 Einheiten bis zu 20.000 m² verwendeter Ausstellungsfläche, einschließlich der Freiflächen, die für jede weiteren 10.000 m² um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  8. Lokale mit einem Fassungsvermögen von mehr als 1.500 Personen, in welchen Tanzunterhaltungen stattfinden: 2 Einheiten bis zu 2.000 Personen, die für jede weiteren 1.000 Personen oder Bruchteile davon um 1 Einheit zu ergänzen sind,
  9. öffentliche oder öffentlich zugängliche Orte und Areale im Freien, wo gelegentlich Veranstaltungen oder Unterhaltungen mit einem Besucherstrom von mehr als 10.000 Personen stattfinden: 4 Einheiten bis zu 15.000 Personen, die für jede weiteren 4.000 Personen um 1 Einheit zu ergänzen sind.

4. Falls der Techniker den Einsatz von Feuerwehrfahrzeugen als notwendig erachtet, muss der Dienst um eine Personeneinheit je Fahrzeug verstärkt werden.

5. Der Feuerwehr muss vor Ort die Dokumentation bereitgestellt werden, aus der Folgendes hervorgeht: das genehmigte Fassungsvermögen, die eventuelle Notwendigkeit einer Aufstockung des Wachdienstes sowie die eventuellen Vorschriften oder Beschränkungen, die von der zuständigen Behörde für die Erteilung der Bewilligung zur Abhaltung der Veranstaltung oder Unterhaltung festgelegt wurden. Außerdem ist ein Übersichtsplan zur Verfügung zu stellen, in welchem folgende Elemente eingezeichnet sind:

  1. feste und mobile Löschvorrichtungen,
  2. System der Fluchtwege, wie Gänge, Treppen, Ausgänge ins Freie,
  3. Sicherheitsbeleuchtung,
  4. elektrischer Hauptverteiler,
  5. zugehörige Räume mit Angabe des Verwendungszwecks.

6. Vor Beginn der Veranstaltung überprüft die diensttuende Feuerwehr die Lokale oder Orte und kontrolliert die Effizienz der Anlagen und Geräte zur Brandverhütung sowie die Funktionstüchtigkeit der Fluchtwege. Wenn festgestellt wird, dass die einschlägigen Rechtsvorschriften oder die vom Techniker festgelegten Betriebsvorschriften nicht eingehalten werden und es nicht möglich ist, die Mängel vor Veranstaltungsbeginn zu beseitigen, meldet dies der Verantwortliche des Wachdienstes der Behörde für öffentliche Sicherheit zum Erlass etwaiger Maßnahmen in ihrem Zuständigkeitsbereich.

7. Während der Veranstaltung sorgt die diensttuende Feuerwehr für die Einhaltung der Brandschutzvorschriften.

8. Am Ende der Veranstaltung verweilt die diensttuende Feuerwehr am Ort der Tätigkeit bis das Publikum diesen verlassen hat, überprüft das Lokal, den Ort und die dazugehörigen Bereiche um festzustellen, dass der ursprüngliche Sicherheitsstandard nicht verändert wurde.

9. Vor Verlassen des Veranstaltungslokals oder -ortes verfasst der Verantwortliche des Dienstes einen Bericht über die durchgeführten Kontrollen und setzt den Betreiber davon in Kenntnis.

ANLAGE C (Artikel 101)
Tabelle für die Risikoberechnung

 

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