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Beschluss vom 30. September 2014, Nr. 1130
Qualitätsstandards für die Planung der Gewerbegebiete

Anlage

Qualitätsstandards für die Planung der Gewerbegebiete

Art. 1
Anwendungsbereich

1. Diese Kriterien legen im Sinne von Artikel 45 Absatz 1 des Landesgesetzes vom 11. August 1997, Nr. 13, in geltender Fassung, in der Folge Landesraumordnungsgesetz genannt, die Qualitätsstandards für die Planung von Gewerbegebieten fest. Sie vereinheitlichen und ersetzen sämtliche bisher gültigen Richtlinien im Bereich der Planung von Gewerbegebieten.

2. Insbesondere regeln die Kriterien:

a) die Ausweisung von Gewerbegebieten,

b) die Planung der Gewerbegebiete und die Erstellung der Durchführungspläne,

3. Die Kriterien werden in folgenden Fällen angewandt:

a) Ausweisung neuer Gewerbegebiete,

b) Erweiterung bestehender Gewerbegebiete,

c) Wesentliche Änderungen an geltenden Durchführungsplänen, die eine neue Nutzung und eine neue Gestaltung von privaten Baulosen und öffentlichen Flächen vorsehen.

Art. 2
Ziele

1. Ziel der Kriterien ist es, die Bedürfnisse der Unternehmen mit funktionelleren Gewerbegebieten zu vereinbaren, durch Gewährleistung einer hohen Siedlungsqualität sowie mehr Qualität im Hinblick auf Raumplanung, Architektur und Umwelt.

2. Im Sinne von Absatz 1 müssen Gewerbegebiete so ausgewiesen und geplant sein, dass optimale Bedingungen für die Ausübung der wirtschaftlichen Tätigkeiten vorliegen, gleichzeitig aber auch eine angemessene raumplanerische und architektonische Eingliederung in die Landschaft gewährleistet ist.

Art. 3
Kriterien zur Ausweisung und Erweiterung von Gewerbegebieten

1. Zur zweckmäßigen Nutzung des Territoriums werden im Bauleitplan auf der Grundlage einer Bedarfserhebung neue Gewerbegebiete oder Erweiterungen von Gewerbegebieten ausgewiesen, wenn im Gemeindegebiet oder in funktional angebundenen Zonen keine angemessenen Liegenschaften vorhanden sind. Davon ausgenommen sind Erweiterungen bereits angesiedelter Unternehmen.

2. Gemäß Artikel 45 Absatz 2 des Landesraumordnungsgesetzes können Gemeinden auch Flächen für übergemeindliche Gewerbegebiete festlegen und ausweisen; die Verwaltung dieser Gewerbegebiete regeln zwischengemeindliche Vereinbarungen. Die zuständige Körperschaft kann einen erhöhten Anteil der Kosten für die Erschließung übernehmen, so wie es in den entsprechenden Kriterien vorgesehen ist, die im Sinne von Artikel 35/septies des Landesgesetzes vom 20. August 1972, Nr. 15, in geltender Fassung, genehmigt wurden.

3. Zur Lokalisierung der Gewerbegebiete werden folgende Bewertungskriterien angewandt:

a) Priorität hat die Erweiterung bestehender Gewerbegebiete gegenüber der Ausweisung neuer, isolierter Gewerbegebiete,

b) bevorzugt wird die Nähe zu bereits bestehenden Infrastrukturen, mit besonderem Augenmerk auf die Erreichbarkeit sowie auf die Anbindung der Gebiete an das öffentliche Verkehrssystem,

c) die Umwidmung unter Schutz stehender Flächen sollte vermieden werden, ebenso wie die Ausweisung von Flächen in der Nähe von Flussläufen oder Feuchtgebieten.

4. Gewerbeflächen werden in der Nähe von bereits urbanisierten Gebieten ausgewiesen, unter Berücksichtigung der Art der dort auszuübenden Tätigkeiten sowie der voraussichtlichen Emissionen und akustischen Belastung.

5. In Abweichung von Absatz 4 dürfen emissionsstarke Tätigkeiten - gemäß Artikel 44 Absatz 1 des Landesraumordnungsgesetzes, ausgenommen unbedingt notwendige Erweiterungen bestehender Strukturen - nur in eigens dafür ausgewiesenen Gewerbegebieten ausgeübt werden, auch abseits verbauter Ortskerne. Im Sinne dieser Kriterien gilt eine Tätigkeit als emissionsstark, wenn die akustische Klasse den Wert 5 oder 6 erreicht, oder wenn die Tätigkeit zu einer übermäßig hohen Staubentwicklung führt. Für diese Gebiete werden geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen vorgesehen.

Art. 4
Ziele des Durchführungsplans

1. Der Durchführungsplan gewährleistet mit wenigen Vorschriften eine hohe Planungsqualität und eine geringe Belastung für die Unternehmen.

Art. 5
Nutzung und Tätigkeiten

1. Im Rahmen der in den Gewerbegebieten zulässigen Tätigkeiten kann der Durchführungsplan Tätigkeiten oder Kategorien von Tätigkeiten festlegen, die im Gewerbegebiet oder in bestimmten Teilen dieser Gebiete nicht ausgeübt werden dürfen.

Art. 6
Öffentliche Flächen

1. Zur Gewährleistung der städtebaulichen Qualität und der Umweltqualität des Gewerbegebietes sowie langfristig seiner Funktionalität gilt besonderes Augenmerk der Planung der öffentlichen Flächen, insbesondere im Hinblick auf:

a) die Gestaltung der Mobilität,

b) die Gestaltung der Grünflächen und der Abwässer,

c) die Planung der Parkplätze,

d) die Planung der Außengestaltung.

Art. 7
Öffentliches Grün

1. Die Begrünung der Gewerbeflächen dient dem Wohlbefinden der dort tätigen Menschen und hat eine ausgleichende Funktion hinsichtlich der Umweltbelastung. Das öffentliche Grün wird nach folgenden Kriterien geplant:

a) in allen Gewerbegebieten werden die Hauptverkehrsachsen mit einer Abfolge von Bäumen oder Büschen begrünt,

b) bei Gewerbegebieten mit einer Ausdehnung über 2 Hektar werden mindestens 5 Prozent der Gesamtfläche als öffentlich nutzbares Grün vorgesehen. Die öffentliche Grünfläche wird möglichst zentral und kompakt geplant und mit Bepflanzungen gestaltet.

2. Sieht der Durchführungsplan prozentuell mehr Grün vor, als im Absatz 1 Buchstabe b) vorgegeben ist, kann die zuständige Körperschaft einen erhöhten Anteil der Kosten für die Erschließung übernehmen, so wie es in den entsprechenden Kriterien vorgesehen ist, die im Sinne von Artikel 35/septies des Landesgesetzes vom 20. August 1972, Nr. 15, in geltender Fassung, genehmigt wurden.

3. Unbeschadet der Bestimmungen laut Artikel 8 besteht für die einzelnen privaten Baulose keine Pflicht zur Schaffung eines Mindestgrünanteils.

Art. 8
Ökologische Maßnahmen auf den Baulosen

1. Auf den einzelnen Baulosen werden angemessene ökologische Maßnahmen vorgesehen, insbesondere in Bezug auf:

a) die Flächenversiegelung,

b) die Dachbegrünung (fakultativ),

c) die Ableitung des Regenwassers,

d) die Handhabung der noch unbebauten Flächen.

2. Für die Reduzierung der Bodenversiegelung gilt der Beschränkungsindex der versiegelten Flächen (B.V.F.) gemäß Anlage A. Dieser Index definiert einerseits den Zielwert, ermöglicht andererseits aber gleichzeitig eine flexible, auf die Besonderheiten des einzelnen Bauloses zugeschnittene Handhabung.

3. Sieht das Unternehmen eine Dachbegrünung vor, gelten für deren Planung und Umsetzung die Bestimmungen der Norm UNI 11235, in geltender Fassung. Unbeschadet der Einhaltung der im Durchführungsplan vorgesehenen Grenzabstände zählt die Erhöhung durch die Dachbegrünung nicht als urbanistische Kubatur.

4. Die Ableitung des Regenwassers folgt den Vorgaben laut Anlage B.

5. Die Eigentümerinnen und Eigentümer von noch unbebauten Flächen müssen durch geeignete Maßnahmen dazu beitragen, gravierende negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild und eine übermäßige, anhaltende Staubentwicklung zu vermeiden.

Art. 9
Verkehrsinfrastrukturen und Parkplätze

1. Im Hinblick auf die Verkehrsinfrastrukturen und Parkplätze sieht der Durchführungsplan verschiedene Maßnahmen vor, die Folgendes gewährleisten:

a) die optimale Anbindung an das bestehende Straßennetz und das urbane Umfeld,

b) die optimale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr,

c) die Anbindung an das Radwegnetz bei Gewerbegebieten, die in der Nähe von bewohnten Gebieten liegen,

d) die kürzestmögliche Zufahrt zu den Baulosen,

e) flüssigen Schwerverkehr, durch entsprechende Gestaltung der Straßen,

f) eine angemessene Anzahl an öffentlichen Parkplätzen beidseitig entlang den Hauptverkehrsachsen und/oder auf eigenen zentralen Flächen,

g) Schaffung von Parkplätzen auf den privaten Baulosen je nach spezifischen raum- und städteplanerischen Vorgaben oder sonstigen einschlägigen Bestimmungen,

h) optimale Anbindung an das Breitbandnetz.

Art. 10
Baufluchtlinien und Außengestaltung

1. Unter Berücksichtigung der Größe eines Gewerbegebiets sieht der Durchführungsplan in der Regel Baufluchtlinien zur Hauptstraßenseite hin mit Unterbrechungen vor, um zu lange Fronten zu vermeiden.

2. Zur Steigerung der Lebens- und Arbeitsqualität in den Gewerbegebieten sieht der Durchführungsplan für die öffentlichen Flächen eine geeignete Außengestaltung vor wie Beläge, Mobiliar und Grün.

Art. 11
Energieeffizienz

1. Der Durchführungsplan legt besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz und auf die Nutzung erneuerbarer Energien. Sind demnach besondere Ansätze vorgesehen, die zum nachhaltigen Umgang mit Energie beitragen und das Image Südtirols als nachhaltigen Wirtschaftsstandort stärken, kann die zuständige Körperschaft einen erhöhten Anteil der Kosten für die Erschließung übernehmen, so wie es in den entsprechenden Kriterien vorgesehen ist, die im Sinne von Artikel 35/septies des Landesgesetzes vom 20. August 1972, Nr. 15, in geltender Fassung, genehmigt wurden.

Art. 12
Ideenwettbewerbe

1. Zur Entwicklung und Planung der Gewerbegebiete können nach Anhören der betroffenen Unternehmen Ideenwettbewerbe ausgeschrieben werden.

2. Für Gewerbegebiete mit einer Fläche von mehr als 5.000 m² wird der Planungsauftrag für die Durchführungspläne in der Regel auf der Grundlage eines vorhergehenden Ideenwettbewerbs vergeben.

3. Zur Entwicklung und Planung der übergemeindlichen Gewerbegebiete können Ideenwettbewerbe ausgeschrieben werden.

4. Ist der Planung des Gewerbegebietes ein Ideenwettbewerb vorausgegangen, kann die zuständige Körperschaft einen erhöhten Anteil der Kosten für die Erschließung übernehmen, so wie es in den entsprechenden Kriterien vorgesehen ist, die im Sinne von Artikel 35/septies des Landesgesetzes vom 20. August 1972, Nr. 15, in geltender Fassung, genehmigt wurden.

Art. 13
Anwendung

1. Diese Kriterien finden ab dem Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Region Anwendung.

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