In vigore al

RICERCA:

Ultima edizione

Beschluss vom 7. Mai 2007, Nr. 1482
Genhemigung eines sprachgruppenübergreifenden Konzeptes für Zentren zur Förderung der Integration von Kindern und Jugenglichen mit Migrationshintegrund

Anlage A

Maßnahmen zur Förderung der Sprachfertigkeiten von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund

Prämissen

In den Kindergärten und Schulen Südtirols werden zunehmend Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund eingeschrieben. Dies stellt die Kindergärten und Schulen und die Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund vor eine große Herausforderung. Dafür ist es notwendig, den Kindergärten und Schulen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen, um den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Zugangsmöglichkeit zur Bildung zu eröffnen.

Die Sprachförderung ist der Schlüssel zum Schulerfolg und Stärkung von Lebenskompetenz. Zudem ist die Beherrschung der Landessprachen eine entscheidende Voraussetzung für Kommunikation und Partizipation an der Gesellschaft worauf Integration schlussendlich abzielt.

Einschreibung

Im Hinblick auf die Einschreibung in die öffentliche Schule nehmen die Eltern oder Erziehungsberechtigten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in einem Sprachenzentrum des Landes eine umfangreiche Beratung zum Schulsystem und Bildungsangebot des Landes in Anspruch. Weiters wird in den Sprachenzentren eine Feststellung des Sprachstandes in der Unterrichtssprache durchgeführt, die an die Schule des Einzugsgebietes weitergeleitet wird.

Die Zuteilung der Schülerin oder des Schülers an die Regelklasse erfolgt aufgrund der geltenden Bestimmungen durch die zuständige Schulführungskraft. Der Klassenrat erstellt einen personenbezogenen Lernplan, der eine gesamtschulische Förderung sichern soll. Dabei stellt in der Anfangsphase die Sprachförderung den Schwerpunkt dar. Unter Berücksichtigung des vom Sprachenzentrum erhobenen Sprachenstandes und des Beratungsergebnisses, kann der Sprachunterricht vornehmlich in den Sprachenzentren vorgenommen werden. Die Sprachbildung beschränkt sich nicht auf das Erlernen der Sprache, sondern erfolgt fächerübergreifend und durch ein Zusammenspiel von Gruppenunterricht und individuellen Fördermaßnahmen.

Gegebenheiten vor Ort, logistische Möglichkeiten, die Frage des Schülertransports und die notwendigen Ressourcen werden in die Planung des Sprachförderunterrichts einbezogen.

Sprachenzentren

Aufbauend auf den bestehenden Strukturen werden in den Bezirkshauptorten Sprachenzentren eingerichtet. Die Sprachenzentren sind sprachgruppen- und schulstufenübergreifend organisiert und beziehen nach Notwendigkeit auch den Kindergarten in die zu treffenden Maßnahmen ein. Sie haben folgende Aufgaben:

Beratung der Eltern und Erziehungsberechtigten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Hinblick auf die Schulwahl;

Erhebung des Sprachstandes der Kinder und Jugendlichen;

Planung und Durchführung der Sprachfördermaßnahmen: Beratung und Unterstützung der Kindergärten, der Schulen und der Netzwerke von Schulen;

Koordination der personellen und didaktischen Ressourcen;

Zusammenarbeit mit den Bezirksgemeinschaften, Sozialverbänden und privaten Vereinigungen und Einrichtungen;

Planung von Sprachkursen für die Eltern, auch in Zusammenarbeit mit privaten Weiterbildungseinrichtungen.

Kompetenzzentrum

Für die Koordinierung und Unterstützung der Sprachfördermaßnahmen wird ein Kompetenzzentrum eingerichtet, das dem deutschen Pädagogischen Institut organisatorisch und formell zugeordnet wird. In diesem Zentrum arbeiten mindestens 3 Personen. Sie kommen aus den Schulverwaltungen und sind in der Regel bereits in diesem Bereich tätig. Dieses Zentrum wird von einer dieser Personen koordiniert. Die Leitlinien und inhaltliche Gesamtausrichtung dieses Kompetenzzentrums wird von den Direktorien der drei Pädagogischen Institute vorgegeben. Das Kompetenzzentrum hat folgende Aufgaben:

Abstimmung der pädagogischen und methodisch-didaktischen Konzepte und Ressourcen,

Koordinierung und Beratung der Sprachenzentren in Sprachfördermaßnahmen, auch im methodisch-didaktischen Bereich;

Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und didaktischen Hilfsmitteln im Bereich der Sprachförderung, (Unterrichtssprachen und Herkunftssprachen);

Bereitstellung von Informationsmaterial für die ausländischen Bürgerinnen und Bürger,(z. Bsp. Elternbriefe);

Initiierung und Unterstützung von Sprachförderprojekten,

Erarbeitung von Konzepten für interkulturelles Lernen und zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz der verschiedenen Akteure im Bildungsbereich außerhalb der Schulen (z. Bsp. des Arbeitsmarktes);

Vorschläge für integrationsfördernde Angebote in Schule und Ausbildung;

Abstimmung von didaktisch-pädagogischen Sprachförderkonzepten mit Weiterbildungsorganisationen;

Erarbeitung von Vorschlägen für die spezifische Fortbildung der Kindergärtnerinnen und der Lehrpersonen;

Evaluation des Sprachförderprogramms und Erstellung eines Jahresberichtes.

Aufrecht bleibt die Zuständigkeit der Schulämter, Pädagogischen Institute und Abteilungen für Berufsbildung in Bezug auf

die Zuweisung von Personal-, Sach- und Finanzressourcen;

die Beratung bei Rechts- und Verwaltungsfragen;

die Planung der Fortbildung für das Personal;

Beratung der Schulen in generellen Fragen der Methodik und Didaktik.

Wissenschaftliche Begleitung

Für die wissenschaftliche Begleitung wird eine Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen angestrebt, insbesondere mit der Universität Bozen.

Personal

Für den Aufbau der Sprachenzentren in den Bezirken und des Landeskompetenzzentrums wird dem Deutschen Pädagogischen Institut das bereits im Dienst stehende Fachpersonal zugeordnet. Außerdem werden die mit Beschluss der Landesregierung Nr. 2678 vom 26. Juli 2006 genehmigten 17 Planstellen dem Deutschen Pädagogischen Institut zur Verfügung gestellt, wobei 2 Personen den Zentren der ladinischen Schulen zugeteilt werden.

Ziele und pädagogische Grundsätze

Ziel ist die schulische Integration der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Für sie sollen dieselben Ausgangspositionen geschaffen werden, so dass sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dafür sind die Aufnahme in die Gemeinschaft und das Erlernen der Unterrichts- und Landessprachen von grundlegender Bedeutung. Dies soll im Rahmen einer angemessenen sozialen Lernumgebung und unter Berücksichtigung der individuellen Lernentwicklung erfolgen. Der Ausbau der Sozialkontakte durch Angebote schulischer und außerschulischer Art soll die Öffnung zwischen den Kulturen verstärken.

Die Grundlagen für die Sprachentwicklung werden durch eine möglichst frühe Förderung, im Sinne einer frühkindlichen - vorschulischen Bildung im Kindergarten und in der Zeit des Übergangs vom Kindergarten in die Schule als Vorbereitung auf den Schulbesuch gelegt.

In der Anfangsphase der schulischen Integration stellt im personenbezogenen Lernplan die Sprachförderung einen Schwerpunkt dar.

Schulpflichtige Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden dem Alter entsprechend einer Klasse zugeordnet. Das Leben und Lernen in der Klassengemeinschaft unter Gleichaltrigen schafft die Voraussetzungen für die soziale Integration und stellt auch die Grundlage für den Erwerb und die Erweiterung von Kompetenzen und Kenntnissen in der Unterrichtssprache dar.

Das Erlernen der Unterrichtssprachen kann durch zusätzliche bzw. durch den Unterricht in der Klasse teilweise ersetzende Angebote unterstützt werden. Der gesonderte Sprachunterricht ist individuell nach Alter, nach Kompetenzen und auch nach organisatorischen Möglichkeiten festzulegen. Bei fortschreitender Entwicklung der Sprachkompetenzen soll das Ausmaß dieser Sprachförderung kontinuierlich reduziert werden.

Durch Einbeziehung der Sprachlehrerinnen und -lehrer der Sprachenzentren bei der Erstellung der personenbezogenen Lernpläne durch den Klassenrat wird ein ganzheitlicher Bildungsprozess sichergestellt. Die Sprachbildung beschränkt sich nicht auf das Erlernen der Sprache, sondern erfolgt fächerübergreifend und durch ein Zusammenspiel von Gruppenunterricht und individuellem Lernen.

Die moderne Sprachforschung unterstreicht im Zusammenhang mit dem Spracherwerb von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund den hohen Stellenwert der Herkunftssprache (Muttersprache). Deshalb soll nach Möglichkeit deren Festigung und Entwicklung Rechnung getragen werden. Von ebenso großer Bedeutung ist die Einbeziehung des familiären Umfeldes in die Sprachfördermaßnahmen. Aus diesem Grund werden eigene Alphabetisierungs- und Sprachkurse besonders für die Eltern der Kinder und Jugendlichen angeboten.

Örtliche Gegebenheiten und die Entfernung der Kinder und Jugendlichen zu den Kursorten werden bei der Organisation der Sprachkurse berücksichtigt. Die Fahrtzeiten und Fahrtstrecken der Schülerinnen und Schüler sollten nicht zu lang sein. Ebenso soll verstärkt auf die Mobilität des unterrichtenden Personals gesetzt werden, auch des Personals für den muttersprachlichen Unterricht.

Darüber hinaus sollten durch vorschulische Fördermaßnahmen für Kinder, die schulpflichtig werden, sowie durch außerschulische Tätigkeiten und Aktivitäten in den Sommermonaten, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Organisationen sprachfördernde und interkulturelle Initiativen gesetzt werden. Die Begegnung zwischen gleichaltrigen Einheimischen und Kindern oder Jugendlichen mit Migrationshintergrund sollte dabei im Vordergrund stehen.

Die Schulen haben im Sinne des Landesgesetzes Nr. 12/2000 die Aufgabe, ihr Bildungsangebot nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszurichten. Für die Umsetzung dieses Auftrags sollen sich die Schulen unter Einbeziehung der Kindergärten zu Schulverbünden zusammenschließen. Die Schulen können bei Bedarf auch das Angebot von privaten und öffentlichen Sprachinstituten nutzen

 

ActionActionVerfassungsrechtliche Bestimmungen
ActionActionLandesgesetzgebung
ActionActionBeschlüsse der Landesregierung
ActionAction2019
ActionAction2018
ActionAction2017
ActionAction2016
ActionAction2015
ActionAction2014
ActionAction2013
ActionAction2012
ActionAction2011
ActionAction2010
ActionAction2009
ActionAction2008
ActionAction2007
ActionAction Beschluss Nr. 294 vom 05.02.2007
ActionAction Beschluss Nr. 298 vom 05.02.2007
ActionAction Beschluss Nr. 433 vom 12.02.2007
ActionAction Beschluss Nr. 466 vom 19.02.2007
ActionAction Beschluss Nr. 728 vom 12.03.2007
ActionAction Beschluss Nr. 921 vom 19.03.2007
ActionAction Beschluss Nr. 953 vom 26.03.2007
ActionAction Beschluss Nr. 1021 vom 26.03.2007
ActionAction Beschluss Nr. 1459 vom 02.05.2007
ActionAction Beschluss vom 7. Mai 2007, Nr. 1482
ActionActionAnlage A
ActionAction Beschluss Nr. 1494 vom 07.05.2007
ActionAction Beschluss Nr. 1737 vom 29.05.2007
ActionAction Beschluss Nr. 1996 vom 11.06.2007
ActionAction Beschluss vom 11. Juni 2007, Nr. 1998
ActionAction Beschluss Nr. 2181 vom 25.06.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2273 vom 02.07.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2309 vom 09.07.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2326 vom 09.07.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2596 vom 30.07.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2849 vom 27.08.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2921 vom 03.09.2007
ActionAction Beschluss Nr. 2923 vom 03.09.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3022 vom 10.09.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3025 vom 10.09.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3247 vom 01.10.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3315 vom 08.10.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3406 vom 08.10.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3538 vom 22.10.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3857 vom 19.11.2007
ActionAction Beschluss Nr. 3963 vom 26.11.2007
ActionAction Beschluss Nr. 4008 vom 26.11.2007
ActionAction Beschluss vom 3. Dezember 2007, Nr. 4120
ActionAction Beschluss Nr. 4150 vom 03.12.2007
ActionAction Beschluss Nr. 4415 vom 17.12.2007
ActionAction Beschluss Nr. 4483 vom 17.12.2007
ActionAction Beschluss vom 28. Dezember 2007, Nr. 4546
ActionAction Beschluss Nr. 4568 vom 28.12.2007
ActionAction Beschluss Nr. 4618 vom 28.12.2007
ActionAction Beschluss Nr. 4739 vom 28.12.2007
ActionAction2006
ActionAction2005
ActionAction2004
ActionAction2003
ActionAction2002
ActionAction2001
ActionAction2000
ActionAction1999
ActionAction1998
ActionAction1997
ActionAction1996
ActionAction1993
ActionAction1992
ActionAction1991
ActionAction1990
ActionActionUrteile Verfassungsgerichtshof
ActionActionUrteile Verwaltungsgericht
ActionActionChronologisches inhaltsverzeichnis