In vigore al

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In vigore al: 11/09/2012

h) DEKRET DES LANDESHAUPTMANNS vom 28. April 1993, Nr. 121)
Verordnung über die Voraussetzungen für Heubäder

1)

Kundgemacht im A.Bl. vom 25. Mai 1993, Nr. 24.

Art. 1 (Ursprung und Definition)

(1) Das Heubad ist ein alter, von den Bergbauern eingeführter und gepflegter Brauch und besteht aus der Nutzung der Fermentationswirkung des Heus für den Menschen.

(2) Zur Durchführung von Heubädern verwendet man Gras oder Heu, das von alpinen Wiesen stammt, die nicht mit Mineraldünger und Herbiziden behandelt wurden, wenigstens 1500 m über dem Meeresspiegel liegen und mindestens 150 m von Straßen entfernt sind. Das Heu muß pro hundert Gramm Trockensubstanz einen Mindestgehalt von zwei Milligramm Kumarin aufweisen.

(3) Falls für das Heubad mit Thermostat ausgestattete Wannen benutzt werden, darf das Heu bzw. das Gras nur einmal verwendet werden.

Art. 2 (Räume und Ausstattung)

(1) Heubäder werden in Beherbergungseinrichtungen - insbesodere in Betrieben, die Urlaub auf dem Bauernhof anbieten - durchgeführt, welche nach den Rechtsvorschriften des Landes genehmigt und mindestens mit folgenden Räumen ausgestattet sind:

  • a)  einem Raum für das Heubad,
  • b)  einem Raum zur Entspannung nach der Behandlung,
  • c)  zwei Duschen,
  • d)  zwei WC,
  • e)  zwei Umkleideräumen,
  • f)  einem eigenen Raum für die Lagerung des Heus bzw. des Grases.

Art. 3 (Personal)

(1) Während der für das Heubad erforderlichen Zeit werden die Gäste von entsprechend ausgebildetem Personal betreut.

(2) Das Betreuungspersonal muß im Besitz einer ärztlichen Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung sein, welche nach den einschlägigen Rechtsvorschriften des Landes zur Verabreichung von Speisen und Getränken oder zur Ausübung des Berufes eines Herren- oder Damenfriseurs oder verwandter Berufe vorgeschrieben ist.

Art. 4 (Zulassung der Gäste)

(1) Allfällige Kontraindikationen müssen den Gästen mittels einer eigenen Informationstafel, die öffentlich ausgehängt wird und einem vom Landesrat für Gesundheit genehmigten Muster entsprechen muß, zur Kenntnis gebracht werden.

(2) Zur Durchführung des Heubades ist den Gästen ein Naturfasertuch auszuhändigen.

(3) Die Räumlichkeiten müssen mit einem Erste-Hilfe-Kästchen ausgestattet sein.

Art. 5 (Werbung)

(1) Die Werbung für Heubäder darf sich nicht auf therapeutische und heilende Wirkungen beziehen.

Art. 6 (Aufsicht)

(1) Die Aufsicht über den Heubadbetrieb und über die in dieser Verordnung vorgeschriebenen Voraussetzungen obliegt dem Amtsarzt der Gemeinde und dem Personal des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit der örtlich zuständigen Sanitätseinheit.

Art. 7 (Aufnahme der Tätigkeit)

(1) Zur Eröffnung eines Heubades muß der gesetzliche Vertreter des betreffenden Betriebes dem Bürgermeister der örtlich zuständigen Gemeinde eine schriftliche Erklärung über seine Absicht zur Aufnahme der Tätigkeit mit folgenden Unterlagen zukommen lassen:

  • a)  Plan der Räume, die für die Heubäder bestimmt sind, und Beschreibung der entsprechenden Ausstattung,
  • b)  Bericht mit näheren Angaben über die Art der Durchführung der Heubäder und Angaben über das Personal, das die Betreuung des Bades übernimmt,
  • c)  Erklärung, daß alle Vorschriften die diesen Bereich regeln, eingehalten werden,
  • d)  Angabe der Herkunft des zum Heubad verwendeten Heus bzw. Grases,
  • e)  Quittung über die eingezahlte Gebühr für nichtstaatliche Konzessionen.

(2) Der Bürgermeister übermittelt eine Kopie der Erklärung laut Absatz 1 dem für öffentliche Hygiene und Gesundheit zuständigen Landesamt und eine weitere der Landesabteilung Landwirtschaft. Er überprüft zudem, ob die Voraussetzungen für die Tätigkeit gegeben sind.

(3) Ist für die Räume, die für Heubäder bestimmt sind, noch keine ärztliche Bestätigung über deren Eignung vorhanden, so beantragt der Bürgermeister ein entsprechendes Gutachten des Amtsarztes. Der Bürgermeister kann auch das Inspektorat für Landwirtschaft beauftragen, die Qualität des verwendeten Heus zu prüfen.

(4) Fehlen eine oder mehrere der in Absatz 2 erwähnten Voraussetzungen, so teilt der Bürgermeister dies dem Betroffenen innerhalb von fünfzehn Tagen ab Übermittlung der Erklärung mit. Verstreichen die fünfzehn Tage ab Übermittlung der Erklärung ohne eine Mitteilung des Bürgermeisters, kann der Betroffene die Tätigkeit aufnehmen. Der Bürgermeister kann den Betrieb wieder einstellen, wenn die in dieser Verordnung vorgesehenen Voraussetzungen nicht gegeben sind.

Art. 8 (Haftung)

(1) Der Betriebsinhaber haftet für die korrekte Anwendung dieser Verordnung.

Dieses Dekret wird dem Rechnungshof zur Registrierung zugeleitet und im Amtsblatt der Region Trentino-Südtirol kundgemacht. Jeder, den es angeht, ist verpflichtet, es zu befolgen und dafür zu sorgen, daß es befolgt wird.

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